Neuigkeiten von Wespen und Hornissen 2019

Neuigkeiten von Wespen und Hornissen 2019

Als Wespen-und Hornissenbeauftragte der Stadt Dresden und des Imkervereins führte mich letztes Wochenende der Weg in die Nähe von Frankfurt/Main. Seit 2003 beschäftigt sich Peter Tauchert, Rodgau Berufsfeuerwehr, professionell mit Wespen und Hornissen, richtete die viel beachtete Website „Wespenschutz.de“ ein und lud zum Fachaustausch 2019.
Hornissen und Wespen
Bienen sind nützlich, Hummeln sind puschelig und so eine niedliche Feldwespe mit orangefarbenen herunterhängenden Fü.en lassen sich die meisten auch noch gefallen, aber bei Wespen oder gar Hornissen hört der Spaß meist auf. Inmitten von Menschen, die diese Tiere mit einer großen Faszination betrachten, ihnen das Dasein auch an ungünstigen Standorten ermöglichen, sie beobachten, wertschätzen und Mittel und Wege ersinnen, wie sie mit der schwierigen Spezies Mensch in friedlicher Koexistenz leben kann, fühlte ich mich sehr wohl.
 
Umfangreiche Vorträge über das Werden und Vergehen der stets einjährigen Wespen-und Hornissennester wurden begleitet von einer Ausstellung von Hornissen-und Wespenequipment zum Umsiedeln. Handwerkliche Fähigkeiten sind als Hornissen-und Wespenfachberater bzw. -umsiedler von großem Nutzen, gibt es doch auf diesem Sektor kaum industriell gefertigte Produkte. Selbst ist der Mann/die Frau. Einem spontanen Vortrag über einen Einwanderer, der vor etwa vier Jahren die französische Grenze überschritt, wurde mit besonderer Spannung gelauscht. Es ging um Vespa velutina, die Thailändische Hornisse.Nicht zu verwechseln mit Vespa mandarina, der Japanischen Hornisse. Letztere versetzt regelmäßig asiatische Imker in Angst und Schrecken. Sie hat die unangenehme Eigenschaft Bienenvölker der eingeführten Westlichen Honigbiene zu überfallen und zu töten, um an die kostbaren Larven und Puppen heran zu kommen und den Honig zu stehlen.
Die Thailändische Hornisse
Die Thailändische Hornisse gehört seit etwa 2014 zu Deutschland. Eingewandert aus Frankreich, baut sie einjährige, große, sehr haltbare Nester, die auch im November noch Brut und eine große Anzahl an Tieren beherbergen. Der Neststandort findet sich nicht verborgen auf einem Dachboden oder in einer Baumhöhle, wie es die heimische Hornisse bevorzugt, sondern meist 15-20 m hoch in der Krone hoher Bäume. Geschützt vom Blätterdach und verankert an den dünnen Zweigen der Krone scheint das Nest darin zu schweben. Erst mit dem Laubfall im Herbst wird es sichtbar. Ein Nest kann bis zu 10.000 Tiere beinhalten, so die vorsichtige Schätzung von Dr. Manfred Verhaagh von Apis e.V. in Karlsruhe. Er untersuchte 2018 ein Nest nach der Abtötung im November. Zum Vergleich: Die heimische Vespa crabro produziert etwa 500-750 Tiere pro Nest pro Jahr. Erste Beobachtungen haben ergeben, dass die „Neue“ eher unauffällig lebt und bisher nicht mit comicartigen Überfällen etc. auffiel. Bienenvölkern gegenüber verhält sie sich in ungewöhnlicher Weise. Während die heimische Hornisse mit großer Ruhe auf dem Apfelbaum neben den Bienenstöcken sitzt und auf eine günstige Gelegenheit wartet, sich eine Biene zu schnappen, patrouilliert die Thailändische Hornisse wie ein Hubschrauber vor dem Flugloch und fängt dort heimkehrende Bienen. Das östlichste Nest wurde letztes Jahr in Karlsruhe entdeckt. Sollte sie ihre Richtung und Geschwindigkeit der Ausbreitung, mit derzeit 5km pro Jahr, beibehalten, wird ihre Ankunft in Sachsen noch ein paar Jahrzehnte dauern. Wenn nicht ein unvorsichtiger Autofahrer eine Königin einlädt…
Behördlicherseits ist derweil ein Streit entstanden: Vernichtung aller Nester oder gezielte Beobachtung, um Verbreitungswege und -geschwindigkeit und die Biologie der Tiere zu erforschen? Derzeit werden alle Nester der Vespa velutina in Baden Württemberg vernichtet um eine weitere Ausbreitung der Hornisse zu verhindern. Viele Anregungen aus diesem Seminar fließen in unsere Arbeit in Dresden ein. Wir waren die einzigen Vertreter aus den östlichen Bundesländern. Anfragen aus ganz Sachsen, wie wir sie letztes Jahr verzeichneten, spiegeln dies wieder. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Wespen und Hornissen selbstverständlich zum Naturbild in Deutschland gehören. Das Ausweichen der Tiere in Städte, auf regen-sichere Balkone, hinter dämmende Materialien, in Gartenschuppen und Dachböden ist eine Reaktion auf die Versieglung und Vereinnahmung der natürlichen Räume durch den Menschen. Marion Loeper  – Schwarmbeauftragte/Stechimmenrettung schwarmrettung@imkerverein-dresden.de Telefon 0176 83273621 Ihre Ansprechpartnerin für herrenlose Bienenschwärme, Hummeln, Wespen- und Hornissennester
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