Robinien sind nicht die Rettung

Robinien sind nicht die Rettung

Mit seiner duftigen Note und angenehmen Konsistenz ist Robinienhonig sehr beliebt. Zudem schließt die Blütezeit der Robinie die Trachtlücke bis zur Linde. Deshalb stößt das rigorose Entfernen von Robinien durch Grünflächen- und Forstämter immer wieder auf Unverständnis bei Imkern.

Um zu verstehen, warum so gehandelt wird, muss man verschiedene Dinge über die Robinie wissen. Zum einen handelt es sich bei diesem aus Nordamerika stammenden Baum um eine ausgesprochene Pionierpflanze, die bereits nach 6 Jahren zum ersten Mal Samen ausbildet, welche zudem sehr langlebig sind. Am besten keimt sie auf kargen, vegetationsfreien und sonnenbestrahlten Bodenstellen, wie z. B. auf Sandtrockenrasen. Nun stellen gerade warme Trockenrasen eine der wertvollsten Habitate für eine große Anzahl ebenfalls wärmeliebender Tier- und Pflanzenarten dar. Ein Bewuchs mit Robinie auf solchen immer seltener werdenden Flächen ist daher aus Naturschutzgründen unbedingt zu vermeiden, zumal die Robinie als Hülsenfrüchtler in der Lage ist, Stickstoff im Boden zu binden, wodurch diese Flächen nicht nur beschattet, sondern zusätzlich noch mit Nährstoffen angereichert werden. Dies ist der Grund, warum Robinien auf den wenigen noch vorhandenen Sandtrockenrasen bekämpft werden, z. B. im  Fauna-Flora-Habitat Dresdener Heller als einer wertvollen Binnendüne mit einer Vielzahl an dort heimischen, seltenen Tieren und Pflanzen.

Desweiteren zählt die Robinie zu den invasiven Pflanzenarten, die in kürzester Zeit heimische Pflanzen verdrängen. Einmal angesiedelt, ist sie zudem kaum noch beherrschbar, denn auf Rodung reagiert sie mit einem umso stärkeren Wurzelaustrieb, ähnlich dem Köpfen der Hydra. Bereits bestehenden Robinienbeständen ist daher kaum noch Herr zu werden, es sei denn mit intensivem mechanischem Arbeitsaufwand oder dem nicht wünschenswerten Einsatz von Herbiziden.

Daher sollten wir als Imker erkennen, dass die Robinie zwar eine wertvolle Trachtpflanze für Honigbienen darstellt, darüber hinaus aber mehr Probleme als Nutzen bringt. Auch lenkt uns der Robinienstreit vom wahren Problem für Biene und Imker ab: der immer stärkeren Verarmung der Agrarlandschaft mit ihrem fehlenden Blütenangebot in Verbindung mit dem massivem Einsatz hochwirksamer Pestizide. Nicht umsonst gehen die Imkerzahlen in ländlichen Gebieten immer mehr zurück, denn die Bienen finden dort – mit Ausnahme von giftigem Raps – kaum noch Nahrung. Kaum jemand weiß noch, dass in früheren Zeiten Feldblumen, wie die Kornblume die Hauptsommertracht darstellten und in ihrem Wert die Lindentracht sogar noch übertrafen, weil sie zuverlässiger und langandauernder blühten.

Die Rettung der Imkerei besteht daher nicht im Pflanzen von Robinien, sondern in einer Abkehr von der intensiven Landwirtschaft und einer Förderung des ökologischen Landbaus mit kleinteiligen Landschaftselementen und einer weitgehend giftfreien Bewirtschaftung. Als Verbraucher können wir das schon allein durch die Entscheidung für biologisch angebaute Lebensmittel tun, denn auf Biobetrieben ist die Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten nachweislich signifikant höher, als auf konventionell bewirtschafteten Flächen. Vereinfacht ausgedrückt: Mit jedem Biss ins Bio-Brötchen erblüht irgendwo eine Kornblume.

Und wenn wir die Landwirtschaft endlich reformiert haben, benötigen wir auch keine problematischen und invasiven Pflanzenarten mehr.

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Coelioxys inermis – Doppelt hält besser

Coelioxys inermis – Doppelt hält besser

Es ist Herbst geworden und auf den verbliebenen Blüten finden sich nur noch wenige Bienen. Die meisten Bienenarten haben ihr Brutgeschäft beendet und sind gestorben; die neuen Bienen warten in ihren Brutzellen auf den nächsten Frühling. Bienen, die jetzt noch zu finden sind, gehören entweder zur Gruppe derer, die bereits im selben Jahr schlüpfen und als erwachsene Tiere überwintern oder zu der kleinen Gruppe von Bienen, die in warmen, blütenreichen Sommern noch eine zweite Generation hervorbringen.

Zu diesen gehört die Rosen-Blattschneiderbiene (Megachile centuncularis) ebenso wie ihr Kuckuck, die Unbewehrte Kegelbiene (Coelioxys inermis). Während deren erste Generationen von Mai bis August zu finden sind, fliegen die Bienen der zweiten Generation noch bis Anfang Oktober.

Wie alle Kuckucksbienen nutzen auch Kegelbienen fremde Brutnester für die Aufzucht des eigenen Nachwuchses. Die Larve ernährt sich vom Pollenvorrat des Wirts. Das Weibchen spart sich so den aufwändigen Nestbau und das Heranschaffen des Larvenproviants. Um seine Eier abzulegen, durchbohrt das Kegelbienenweibchen die Wirtszelle mit ihrem Hinterleib, der zu diesem Zweck meist auffällig kegelförmig zugespitzt ist, was den Kegelbienen ihren deutschen Gattungsnamen gab. Ein weiteres typisches Merkmal von Kegelbienen ist ihre schwarz-weiße Zeichnung. Kegelbienenmännchen ähneln darin den Weibchen, ihr Hinterleib ist aber eher rundlich und trägt am Ende meist eine Anzahl von Dornen und Spitzen, anhand derer sich die Arten unterscheiden lassen.

Der Name Coelioxys inermis (Unbewehrte Kegelbiene) beruht übrigens auf einer Fehleinschätzung des ersten Entomologen, der die Art 1802 beschrieben hat. Man vermutet, dass er ein missgebildetes Tier vorliegen hatte, bei dem die gattungstypischen dornigen Fortsätze des Thoraxes fehlten. Auch Wissenschaftler können sich irren. Ein weiteres typisches Merkmal von Kegelbienen sind die behaarten Komplexaugen, wie man sie auch von den Honigbienen kennt.

Damit geht unsere Biene des Monats in die Winterruhe. Das Jahr 2018 bringt eine Besonderheit, denn die Biene des Monats wird dann ganz im Zeichen der Hummel stehen.

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Heriades truncorum – Bauchpinseln für den Nachwuchs

Heriades truncorum – Bauchpinseln für den Nachwuchs

Neben der Art, wie Nester angelegt werden, unterscheiden sich die verschiedenen Bienengattungen noch in einem anderen wichtigen Aspekt: der Art, wie der Pollenproviant für die Brut gesammelt und zum Nest transportiert wird. Zu diesem Zweck haben alle Bienenweibchen bestimmte Pollensammelapparate. Während die sozialen Honigbienen und Hummeln den Pollen auf einer von Borstenhaaren umgebenen glatten Fläche auf den Hinterbeinen transportieren (dem sogenannten „Körbchen“), behelfen sich Wildbienen zumeist mit langen und dichten Haarbürsten, an denen das Pollenpaket haftet. Bei den unterirdisch nistenden Arten befinden sich diese ebenfalls an den Hinterbeinen sowie teilweise zusätzlich an den Thoraxseiten. Oberirdisch nistende Arten tragen dagegen meist eine dichte Bauchbürste, mit der sie den Pollen sowohl sammeln als auch transportieren können.

Besonders gut läßt sich dies bei einer kleinen Biene beobachten, die gern in Insektenhotels nistet, der Gewöhnlichen Löcherbiene (Heriades truncorum). Löcherbienenweibchen sind zum Pollensammeln auf Korblütengewächse, wie z. B. Alant, Margerite oder Färberkamille spezialisiert. Dort sammeln sie den Blütenstaub mit aufälligen wippenden Bewegungen des Hinterleibs direkt in die Bauchbürste. Es lohnt sich, im Sommer auf Körblütlern nach nektartrinkenden oder solcherart geschäftigen Löcherbienen zu suchen, denn sie gehören zu den häufigeren Bienenarten.

Für eine Ansiedlung im eigenen Garten oder auf dem Balkon empfehlen sich angebohrte Hartholzstücke mit Lochdurchmessern zwischen 3 und 4  mm. Über einen erfolreichen Einzug geben die Nestverschlüsse Auskunft. Diese bestehen bei Löcherbienen aus Harz, das mit kleinen Steinchen und Holzfasern durchmischt ist.

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Wahlcheck – Wie stehen die Parteien zum Bienenschutz?

Wahlcheck – Wie stehen die Parteien zum Bienenschutz?

Liebe Imkerfreunde! Habt Ihr Euch auch schon gefragt, wie die etablierten
Parteien eigentlich zum Bienenschutz stehen?

Ich schon, und deshalb habe ich mal die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD,
FDP, Linke, Grüne und AfD nach dem Suchwort „Biene“ durchforstet. Leider
sieht es hier bei den meisten Parteien traurig aus, denn fündig bin ich
nur bei zwei Parteien geworden, den Linken und den Grünen. Erwartungsgemäß
hatten hier die Grünen die Nase vorn. 5 Funde des Suchbegriffes „Biene“
neben diversen Forderungen für deren Schutz. Das Programm der Linke
brachte es auf einen Treffer. Einen Zusatzpunkt bekommen sie von mir für
die Erwähnung der Hummeln, Zitat: „Besonders Nutzinsekten wie Bienen und
Hummeln müssen erhalten und gefördert werden.“

Für alle anderen Parteien scheint der Schutz von Wild-und Honigbienen –
unseren wichtigsten Bestäubern – kein Thema zu sein. Zum Vergleich: Das
Suchwort „Meere“ taucht insgesamt 31 mal in den diversen Wahlprogrammen
auf.

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Sommerliche Honigernte im Landtag

Sommerliche Honigernte im Landtag

Nun war es doch endlich soweit! Nachdem wir die Honigernte am Landtag wegen Regen um eine Woche verschieben mussten, durften wir uns jetzt umso mehr über die ergiebige Ernte am Mittwoch freuen. Ganz genau wissen wir noch nicht wie viel geerntet wurde, aber Utz Weil, der betreuende Imker,  hatte schon einiges zu heben von den zwei Völkern, die beerntet wurden. Es sei sogar mehr Honig als letztes Jahr, obwohl von dem einen Volk noch nicht mal alle Rähmchen geerntet worden sind, da einige noch nicht voll waren. Gemeinsam trugen die vier Völker in Frühjahrs- und Sommertracht insgesamt 74 kg Honig ein.

Nachdem den Bienen nun ihr kostbares,flüssiges Gold entnommen wurde, gaben wir ihnen Zuckerwasser im Tausch zurück. Selbstverständlich wird den Bienen aus Respekt vor ihrer harten Arbeit der im Brutraum gesammelte Honig überlassen und nicht geerntet.

 

 

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Die Chemie der Bienen wird an der TU Dresden erforscht

Die Chemie der Bienen wird an der TU Dresden erforscht

Der IV DD arbeitet nicht nur intensiv mit Imkern zusammen, sondern wirkt auch bei der lokalen wissenschaftlichen Forschung an der TU Dresden mit. So untersucht die Professur
für Spezielle Lebensmittelchemie und Lebensmittelproduktion (Leiter Prof. Dr. Karl Speer) unter anderem die chemische Zusammensetzung von Honig und anderen Bienenprodukten.
So lässt sich zum Beispiel der hochpreisige Manuka-Honig durch seine einzigartige chemische Zusammensetzung vom pollenidentischen Kanuka-Honig unterscheiden. Des
Weiteren werden aber auch bereits einheimische Sortenhonige einer chemischen Analyse unterzogen, um die Honigsorte nicht nur anhand der Pollen zu klassifizieren.
Dazu stehen derzeit Beuten auf dem Dach der TU Dresden und im Forstbotanischen Garten in Tharandt, an denen regelmäßig Proben entnommen werden. So erwies sich der erste im
Juni geerntete Honig vom Dach der TU Dresden aufgrund der chemischen Analyse nahezu vollständig als Lindenhonig.
Meine Aufgabe als Bufdi ist es, dem Team von Doktorandinnen und Diplomandinnen bei der Probenbeschaffung zu helfen, aber vor allem die Bienenvölker zu betreuen.

 

Standort aud dem Dach der TU Dresden
Standort im Fortbotanischen Garten Tharandt
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Melitta nigricans – Nah am Wasser gebaut

Melitta nigricans – Nah am Wasser gebaut

In unserer „Biene des Monats August“ soll es einmal wieder um einen absoluten Spezialisten unter den Wildbienen gehen, die Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans).

Wie alle Sägehornbienen ist sie zum Pollensammeln auf eine bestimmte Pflanzengattung spezialisiert, und in ihrem Fall sogar nur auf eine einzige Pflanze: den Gewöhnlichen Blutweiderich (Lythrum salicaria). Diese schöne Staude mit ihren magentafarbenen Blüten wächst wild an feuchten Stellen und Flußufern, so auch an den Dresdner Elbufern. Dort kann man bei schönem Wetter sowohl die liebeshungrigen Männchen der Blutweiderich-Sägehornbiene beobachten, als auch die pollensammelnden Weibchen. Wem es bis zur Elbe zu weit ist, holt sich die Pflanze einfach in seinen Garten, wo sie das Ufer von Gartenteichen und feuchtere Bereiche der Blumenbeete ziert und mit ihrem reichlichen Nektarangebot neben Melitta nigricans auch viele andere Insekten satt macht, darunter auch unsere Honigbienen.

Der Gattungsname Sägehornbienen bezieht sich auf die oft stark ausgeformten Fühlergliedern der Männchen. Neben der Blutweiderich-Sägehornbiene sind bei uns noch die Glockenblumen-Sägehornbiene (Melitta haemorrhoidalis), die Luzerne-Sägehornbiene (Melitta leporina) und die Zahntrost-Sägehornbiene (Melitta tricincta) heimisch – allesamt Spätsommerbienen. Ihr deutscher Name verrät ihre jeweilige Spezialisierung. Und obwohl sich alle Sägehornbienen-Arten recht ähnlich sehen, lassen sie sich bereits an der jeweiligen Pollenquelle sicher bestimmten.

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Bienen in der Operette

Bienen in der Operette

Hiermit ist nicht die „Insektenoperette“ von Jaques Offenbach gemeint, obwohl diese gut passen würde: seit Ende Juni 2016 wohnen Bienen im neu gebauten Dresdner Kulturkraftwerk, genauer: auf einem Balkon der Operette. Nach dem Medienrummel zur Übergabe der von STESAD und Züblin gesponserten Beuten hatte sich die Aufregung der „neuen Mitarbeiterinnen“ schnell gelegt. Unter der Anleitung unserer Paten Wolfgang und Susanne Handrick begannen wir mit unseren ersten Schritten in die faszinierende Welt der Bienen.

Motivation zum neuen Hobby war dabei in erster Linie die über viele Jahre als Kleingärtner erlangte Erkenntnis hinsichtlich der Unentbehrlichkeit der Honigbienen wie auch ihrer „wilden“ Verwandten. Gerade letztere waren in den letzten Jahren weniger geworden.

Vorbereitet durch den Neuimkerkurs haben wir uns nach dem Prinzip „learning by doing“ an der Seite der Handricks an die Praxis gewagt. Anfangs führte der Weg noch auf teilweise abenteuerlichen Wegen über die Kraftwerksbaustelle. Mittlerweile ist das Kulturschmuckstück fertig und wir werden zum Bienenbalkon von Mitarbeitern begleitet, die sich zum Teil sehr für die Bienen interessieren und sogar auch mal Hand anlegen.

Wir haben den Schritt zur Imkerei zu keiner Zeit bereut und freuen uns bei jedem Besuch, den wir den friedfertigen Kultur-Bienen abstatten. Das liegt auch der guten Zusammenarbeit mit unseren Paten. Im nächsten Jahr, so die Planung, werden wir zu den bereits vorhandenen Beuten eigene hinzu stellen und somit von Lehrlingen zu Gesellen aufsteigen.

 

Heike & Dirk Wieghardt

 

 

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Megachile willughbiella – Basteln mit Rosen

Megachile willughbiella – Basteln mit Rosen

Die wichtigste Gemeinsamkeit aller Bienenarten ist das Sammeln von Pollen für die Ernährung der Larven sowie das Anlegen von Nestern mit mehreren Brutzellen, in denen sich jeweils ein Häufchen Pollenproviant und ein Ei befinden. Die größten Unterschiede zwischen den einzelnen Bienengattungen bestehen dagegen in der Art und Weise, wie diese Nester angelegt werden.

Die außergewöhnlichsten Brutnester bauen vermutlich die Arten aus der Gattung der Blattschneiderbienen (Megachile). Wie ihr deutscher Gattungsname schon andeutet, schneidet das Weibchen mit seinen Mandibeln runde Ausschnitte aus Laub- oder Blütenblättern. Diese faltet es in der Mitte zusammen, klemmt sie längs zwischen seine Beine und trägt sie so zum Nest. Dieses wird meist in einem horizontalem Loch oder einer Spalte in Totholz, zwischen Steinen oder unter Wurzelballen angelegt. Das eigentliche Nest besteht aus mehreren solcher Kreisstücke, die zu einem zigarrenförmigen Gebilde verbaut werden, in dem sich die einzelnen Brutzellen befinden. Auch den Nestverschluss bildet eine Blattscheibe, so dass man Nester von Blattschneiderbienen bereits leicht von außen erkennen kann.

Eine unserer häufigsten Blattschneiderbienenarten ist die Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella). Wie die meisten oberirdisch nistenden Bienen, sammelt und transportiert das Weibchen den Pollen nicht an den Beinen, wie die Honigbienen, sondern am Bauch, wozu es (wie eine Reihe ähnlicher Arten) mit einer rot-schwarzen Bauchbürste ausgestattet ist. Das Männchen gehört zu einer kleinen Gruppe von Blattschndeiderbienen, bei denen die oberen Fußglieder der Vorderbeine weißlich gefärbt und stark verbreitert sind. Das Männchen der Garten-Blattschneiderbiene trägt daran noch einen breiten Fransenkamm, so dass seine „Unterarme“ wie große, helle, mit Fransen besetzte Stulpenhandschuhe wirken. Zusammen mit den für Blattschneiderbienen typischen schaufelartigen Mandibeln gibt ihm das ein abenteuerliches Aussehen.

Als Baumaterial bevorzugen die Weibchen besonders die Laubblätter von Rosen und Blauregen. Wo sich dort solche auffälligen runden Löcher am Blattrand zeigen, muß man sich als Gartenbesitzer also nicht wegen eventueller Pflanzenschädlinge sorgen. Im Gegenteil ist dies ein Grund zur Freude, da man sich gewiss sein kann, eine der interessantesten Bienenarten in seinem Garten zu beherbergen.

Zum Nektartrinken werden von beiden Geschlechtern gern Schmetterlingsblütler, wie Hauhechel, Hornklee und Ginster besucht. Dort kann man dann auch oft die Männchen beobachten, wie sie auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen um die Pflanzen patrouillieren.

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Die Gesundheitsgruppe informiert: Hinweise zur Varroabehandlung

Die Gesundheitsgruppe informiert: Hinweise zur Varroabehandlung

 

Wir dürfen trotz unserer Faulbrutsituation die Varroamilbe nicht vergessen !

Behandlungsanleitung (Download: Spätsommerbehandlung_Varroa)

Fragen dazu sind bitte zu richten an Imkerfreundin Anke unter  bienengesundheit@imkerverein-dresden.de

Liebe Imkerinnen, liebe Imker,

es ist an der Zeit die Milbenbelastung in unseren Völkern zu kontrollieren.
Dazu werden die Bodeneinlagen (Windel) für ca. 1 Woche unter die Völker geschoben und danach der tägliche Milbenfall ermittelt.
Bei einem täglichen Milbenfall unter 10 Milbe/Tag im Juli ist noch alles im grünen Bereich, aber es sollte nach der Honigernte behandelt werden. Jungvölker sollten 5 Milbe/Tag im Juli nicht überschreiten. Wenn der tägliche Milbenfall deutlich darüber liegt, sollte bei Wirtschaftsvölkern der Honig eher abgeerntet werden und diese Völker sofort behandelt werden. Jungvölker müssen bei einer Überschreitung ebenfalls schon einer Behandlung unterzogen werden, was sich aber negativ auf die Volksentwicklung auswirkt. Wer die Jungvölker in der brutfreien Zeit mit Milchsäure oder Oxalsäure behandelt hat , wird nur in Ausnahmefällen darüber liegen. Sie sollten erst nach der Auffütterung im September mit Ameisensäure behandelt werden.

In Fällen mit sehr hohem Befall (20 Milben/pro Tag) hilft es, die Honigsaison bei diesen befallenen Völkern zu beenden, die komplette Brut zu entnehmen und die verbliebenen Waben mit ansitzenden Bienen sofort einer Sprühbehandlung mit Milchsäure oder mit der Träufelmethode mit Oxalsäure zu unterziehen. Die Sprühbehandlung mit Milchsäure sollte im Abstand von 7 Tagen wiederholt werden. Die Brutentname nur bis Ende Juli durchführen, sonst entnimmt man mit der Brut die zukünftigen Winterbienen. Es ist deshalb wichtig, jetzt schon den Milbenfall zu kontrollieren, um rechtzeitig stark befallene Völker zu erkennen. Es wird empfohlen, nur organische Säuren wie Ameisen(60%) -, Milch(15%) – und Oxalsäure(3,5%) zu verwenden. Ameisensäure wirkt teilweise bis in die Brut der Bienen, Oxalsäure und Milchsäure dagegen nicht, deshalb diese zwei Säuren nur an brutfreien Völkern anwenden. Alle anderen zugelassenen Medikamente ( Bayvarol, Apitraz usw. ), auch Thymol können zu Rückständen im Honig führen. Perizin wird nicht mehr produziert. Es gibt bereits Resistenzen bei Wirkstoffe dieser Medikamente. Wir werden deshalb an dieser Stelle nur auf die Behandlung mit organischen Säuren eingehen.

Imker, die andere zugelassene Medikamente verwenden wollen, entnehmen die genaue Vorgehensweise der dazugehörigen Packungsbeilage des Herstellers. Die Verwendung dieser Medikamente und alle oxalsäurehaltigen Medikamente müssen im Bestandsbuch dokumentiert werden. Das Medikament Apilife Var muss ebenfalls im Bestandsbuch dokumentiert werden, da außer Thymol noch andere Wirkstoffe enthalten sind.

Bei allen Wirtschaftsvölkern sollte die Behandlung sofort nach der Honigernte beginnen. Bei Verdunstern hat es sich bewährt die erste Langzeitbehandlung nach der Honigernte und die nächste Langzeitbehandlung nach der Auffütterung Mitte September durchzuführen, um die Produktion der Winterbienen nicht zu stören. Während der Tracht darf kein Medikament gegen die Milbe bei Honigvölkern eingesetzt werden.

Es wird empfohlen zur Milbenreduktion in der Tracht, im April 1-2 Baurahmen/Volk ohne Draht einzuhängen und die darin entstandene Drohnenbrut nach der Verdeckelung abwechselnd bis Juli auszuschneiden. Mindestens 3-4 Baurahmen sollten pro Volk in dieser Zeit ausgeschnitten werden.

Die komplette Brutentnahme Ende Mai, zur ersten Honigernte, ist auch ein sehr wirksame Methode um die Anzahl der Milben erheblich zu reduzieren (siehe „Hohen Neuendorfer Betriebsweise“). Aus den entnommen Brutwaben werden mit der Hälfte der absitzenden Bienen Brutscheunen/Puppenstuben gebildet.

Behandlungsbeispiele :

Jeder muss sich informieren, um für seine Beute die geeignete Methode und Anwendungsmengen herauszufinden. Vor der Behandlung die Bodenschieber einschieben, damit eine optimale Wirkung erreicht werden kann. Die Fluglöcher werden nicht geschlossen. Es darf nicht gleichzeitig gefüttert werden! Die Fütterung sollte ca. 3 Tage vorher abgeschlossen sein, damit die Konzentration der Ameisensäure nicht verdünnt wird. Überflüssige Leerzargen sollten entfernt werden, um den Verdunstungsraum nicht zusätzlich zu vergrößern. Das Wetter darf nicht feucht und kalt sein. Die Verdunstung wird dadurch ebenfalls negativ beeinflusst. Alle Völker am Stand sollten gleichzeitig behandelt werden.

Siehe auch: www.varroawetter.de

Schwammtuchmethode:

Trägerstoff: Haushaltsschammtücher, ca. 20 x 20 x 0,5 cm

Ameisensäure 60 %ig, tiefgekühlt

Anwendung von oben: 2 ml/Wabe z. B. bei DNM und Zander, 3 ml/Wabe bei Dadant und Golz ( Kuntschmaß )

Wetter: kein Regen oder kaltes, feuchtes Wetter, min 15 °C, höchstens 25 °C

An heißen Tagen lieber abends mit der Behandlung beginnen. Bei kühlen Nächten vormittags behandeln.

Es sind Königinnenverluste möglich.

Arbeitsschritte: Arbeitsschutz! Schutzbrille und säurefeste Schutzhandschuhe! Ameisensäure abmessen, Schwammtuch auf einer säurefesten Unterlage mit Ameisensäure beträufeln, Tuch auf Oberträger legen, Wachsbrücken vorher entfernen und Bienen mit Rauch nach unten treiben, Beute schließen, Bodenschieber

Behandlungsintervall: 2 – 4 Anwendungen im Abstand von 4 – 7 Tagen ca. 3 – 4 Wochen nach den Behandlungen stellt sich der normale Milbenfall wieder ein.

Der Erfolg der Behandlungen muss nach dieser Zeit kontrolliert werden! Wenn sich die Milbensituation nicht gebessert hat, muss es weitere Behandlungen geben. Nach den Fehlern suchen.

Ameisensäurebehandlung mit Verdunstern:

geeignete Verdunster: z.B. Nassenheider Verdunster, Liebig Dispenser

Ameisensäure 60 %ig, Nicht kühlen! Die Säure läuft bei Erwärmung im Volk komplett aus, vor allem beim Liebig Dispenser. Nach Bedienungsanleitung der Hersteller arbeiten, Arbeitsschutz!

Wetter: kein Regen oder kaltes, feuchtes Wetter, 15 – 30°C

Wichtig! Es muss die Verdunstungsmenge häufig kontrolliert werden!

Den Verdunster in das Volk stellen und in den Urlaub fahren, kann schief gehen. Entweder ist zu wenig verdunstet und alle Milben leben noch oder es ist alles ausgelaufen mit katastrophalen Folgen. Auch hier muss der Erfolg nach 3-4 Wochen kontrolliert werden!

Nach den Behandlungen sollte der natürliche Milbenfall im Spätherbst unter 0,5 Milbe/Tag liegen. Wenn mehr Milben fallen, muss eine Winterbehandlung mit Oxalsäure oder Milchsäure folgen. Die Völker müssen brutfrei sein. Alle Bienen müssen „ zu Hause“ sein. Milchsäure wird gesprüht, Oxalsäure wird geträufelt oder gesprüht. Spühbehandlungen im Winter bei Temperaturen deutlich über 0°C durchführen. Die Bienen dürfen nicht verklammen. Die Träufelbehandlung mit Oxalsäure wirkt besser bei Temperaturen unter 0°C. Die Bienentraube soll eng sitzen. Eine Oxalsäureverdampfung ist in Deutschland nicht zugelassen. Arbeitsschutz beachten, Schutzhandschuhe, Schutzbrille, Sprühnebel nicht einatmen – Windrichtung beachten!

Es geht auch ohne Ameisensäure:

-ab April Drohnenbrut scheiden, 3-4x/Volk bis Juli – Milben wandern in die Drohnenbrut und nach Verdeckelung dieser, werden sie durch das Ausschneiden der Brut aus dem Volk entfernt

-ab Mai Ablegerbildung, in der brutfreien Zeit nach ca. 3-4 Wochen Sprühbehandlung mit Milchäure mit den Brutwaben werden die Wirtschaftsvölker entlastet, da sich die Milben in der Bienenbrut befinden, diese werden nach dem Bienenschlupf mit der Sprühbehandlung im Ableger getötet

-nach der Honigernte komplette Entnahme der Brut im Wirtschaftsvolk und verbleibende Waben mehrfach mit Milchsäure oder Oxalsäure im Abstand von wenigen Tagen besprühen

-Befallskontrollen nicht vergessen, nur wenn notwendig ab Mitte September eine Ameisenbehandlung durchführen

-Befallskontrolle im Spätherbst, eine Winterbehandlung mit Milch- oder Oxalsäure sollte durchgeführt werden Methode „ Teilen und Behandeln“ nach Dr. Liebig:

-gleich nach der Honigernte Wirtschaftsvolk in einen Flugling mit der Königin und ein Brutvolk teilen, dazu die Königin herausfangen und käfigen, mit Futterteig verschließen

-Flugling: leere Zarge mit Mittelwänden füllen und auf den alten Platz des Wirtschaftsvolkes stellen, Königin des Wirtschaftsvolkes im Käfig unter Futterteigverschluss dazu hängen

-Brutvolk: wird verstellt, kann auch über den Flugling stehen, alle Flugbienen fliegen ab und kehren im Flugling ein, Brutvolk zieht sich eine neue Königin nach

Varroabehandlung:

– Flugling-nach ca. 2 Tagen, wenn Königin befreit ist, mit Milchsäure besprühen, Befallskontrolle, bei Bedarf mehrfach wiederholen im Abstand von wenigen Tagen

-Brutvolk -nach 21 Tagen, nachdem sämtliche Brut geschlüpft ist, ebenfalls mehrfach mit Milchsäure besprühen

Arbeitsschutz! (Brille, Handschuhe, entsprechender Atemschutz usw.)

Fütterung:

-Flugling: gleich mit der Fütterung in kleinen Gaben beginnen, Königin muss frei sein, Flüssigfutter ist zu empfehlen

-Brutvolk: wenn Futterreserven vorhanden, erst mit der Fütterung beginnen, wenn die neue Königin in Eilage gegangen ist Wenn die Vereinigung im Oktober geplant ist, werden beide Volksteile mit jeweils 10 kg aufgefüttert

Oktober:

Wenn gewünscht, Vereinigung der beiden Volksteile

Winterbehandlung:

-Spühbehandlung mit Milchsäure

-Träufelbehandlung mit Oxalsäure

Und wieder ist der Arbeitschutz zu beachten!

Wir weisen darauf hin, nur Medikamente und Behandlungsmethoden anzuwenden, die in

Deutschland zugelassen sind!

Viel Erfolg!

Die Bienengesundheitsgruppe des Imkerverein Dresden e.V.

Literatur: Dr. Friedrich Pohl, „Bienenkrankheiten“

Dr. Gerhard Liebig, „Einfach imkern“

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