Information aus der letzten Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung des Imkervereins Dresden e.V. hat am 24.9.2019 einstimmig den Austritt aus dem Landesverband Sächsischer Imker e.V. beschlossen. Für die Mitglieder ändert sich nicht viel, das “Bienen Journal” kann weiter über den Verein bezogen werden und am dem 1.1.2020 ist im Mitgliedsbeitrag auch eine Imkerversicherung (Haftpflicht, Produkthaftung für die Bienenhaltung der Mitglieder und eine Vereinshaftpflicht) enthalten




Nistort der Wildbienen erhalten

In Radebeul soll eine eine Natursteinmauer durch eine Betonmauer ersetzt werden. Diese Mauer dient jedoch unglaublich vielen Wildbienen als Nistort!

Jetzt mithelfen und Petition unterzeichnen: Link




Hummelkönniginnenfrühstück mit Krokuspflanzaktion

Trotz Regen war das Hummelköniginnenfrühstück am Samstag dem 5. Oktober ein voller Erfolg. Aber seht seht selbst:

 

 

 




Lehrpfad: Nr. 9 – Hummeln – Majestäten auf Futtersuche

Jedes Jahr im Frühjahr kommen Hummelköniginnen unterschiedlich gestreift, aber immer flauschig und durch ihren Pelz wärmend geschützt aus ihren Winterquartieren in die zögerlich erwachende Frühlingsflur. Sie haben einen Riesenhunger. Nach einem langen Winterschlaf, ganz auf sich gestellt, benötigen sie Nektar, um Kraft und Energie zu tanken und eiweißreichen Pollen zum Reifen der Ovarien – der Voraussetzung, um einen eigenes Volk zu gründen. Eine blühende Krokuswiese bietet den Hummelköniginnen im Frühjahr daher ein großartiges Hummelköniginnenfrühstück!

Für die Hummelkönigin gibt es im Frühjahr viel zu tun: Sie muss einen geeigneten Nistplatz finden. Baumhummeln werden in hohlen Bäumen und Vogelnistkästen fündig, Erdhummeln bevorzugen verlassene Nagetiernester. Wiesen-, Acker- und Veränderliche Hummeln nisten sowohl ober- als auch unterirdisch. Das Nest wird mit Gras oder Moos gepolstert.

Die Hummelkönigin baut ein Wachstöpfchen, legt den gesammelten Pollen hinein und darauf ihre Eier. In einem zweiten Wachstopf sammelt sie Honig als Nahrung für die Larven und sich selbst. Aktiv wärmt sie die Brut und hält dabei eine konstanten Nesttemperatur von 30-33°C. Nach 3 Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen, die sie bei Brutpflege und Nahrungssuche unterstützen.

Später im Jahr, wenn das Volk gewachsen und sich auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung befindet, schlüpfen die Geschlechtstiere. Die voll entwickelten Weibchen, die Jungköniginnen werden von den Männchen, den Drohnen, begattet, fressen sich ausreichend Winterspeck an und suchen sich ein geschütztes Winterquartier. Sie verbringen anschließend bis zu acht Monate im Winterschlaf.  Zeitig im folgenden Jahr werden die überlebenden Hummelköniginnen einen neuen Hummelstaat gründen.

Hummeln sind Wildbienen. In Europa gibt es 36 heimische Arten. Sieben davon sind gut zu unterscheiden und gelten als häufig. 16 dagegen stehen auf der Roten Liste.

Hummeln gehören zu unseren wichtigsten Bestäubern. Eine einzelne Hummel besucht pro Tag mehrere Tausend Blüten und ist dafür, auch bei trüben oder kaltem Wetter, bis zu 18 Stunden unterwegs. Mehr als 100 verschiedene Obst- und Gemüsesorten sind auf die Bestäubung durch Hummeln angewiesen.

Krokuswiesen – Hummelköniginnenfrühstück

2019 wurden auf dieser Wiese auf dem Neuen Annenfriedhof 10.000 Stück der robusten Wildart des Dalmatiner- oder Elfenkrokus (Crocus tommasinianus), ursprünglich aus dem westlichen Balkan stammend, gepflanzt.

Krokusse sind ausdauernde Knollenpflanzen, die sich nicht nur über Brutknollen vermehren und über die Jahre große Horste bilden, sondern sich auch versamen können. Durch Bestäubung der Krokusse durch Insekten werden ein paar Wochen nach der Blüte kleine Samenkapseln gebildet. Ameisen verbreiten die Samen über weite Entfernungen.

Dieser zarte, elfengleiche Krokus blüht früher als die meisten anderen Krokusse im Jahr. Schon Ende Februar/Anfang März schieben sich seine hellvioletten schmalen Blüten auf ihren langen weißen Blütenröhren meist noch durch den Schnee.

Will man die Krokusse in der Wiese erhalten, sollte die 1. Mahd nicht vor Ende Mai erfolgen. Die Zwiebeln müssen in Ruhe ihre Laubblätter einziehen können, um genügend Kraft für die Blüte im nächsten Jahr zu haben.

Geduld sollte man bei der Anlage einer Krokuswiese aufbringen, ist sie doch ein Zeichen eingewachsener Gärten und Parks, denn bis eine dichte Fläche mit diesen kleinen, zarten Einzelblüten entstanden ist, vergehen schon mal 50 Jahre. Umso wertvoller, dass es hier auf dem Neuen Annenfriedhof solche Flächen schon gibt.

Friedhöfe sind in dichtbebauten Stadtgebieten ein willkommener Rückzugsort für Mensch und Tier.

Blütenreiche und früchtetragende Sträucher und Bäume bieten Insekten und Vögeln Nahrung und Unterschlupf zugleich.

Ein Friedhof hat neben Grabstätten auch immer bemessene Flächen für Zeiten der Not vorzuhalten. Diese weitläufigen Flächen geben dem Neuen Annenfriedhof einen parkähnlichen Charakter. Gleichzeitig gibt es eine große strukturelle Vielfalt mit einer Mischung aus alten Alleen, Neupflanzungen, weiten Wiesen und überwiegend gepflegten wie auch einigen urwüchsigen Bereichen.

Insbesondere der Teilbereich „Friede & Hoffnung“, in dem auch die Krokuspflanzaktion am 05.10.2019, initiiert und umgesetzt von „Biene sucht Blüte“, einer AG für Wildbienenschutz im Imkerverein Dresden, dem Verband der Annenfriedhöfe und Anna Kosubek – Solutions by nature, stattfand, wird von Spaziergängern gern genutzt und spielt gleichzeitig eine große Rolle für den Arten- und Biotopschutz.

Hervorzuheben ist auf diesem Friedhof der Ideenreichtum, friedhofseigene Flächen für weitere Nutzungen zu öffnen. So existiert seit Frühjahr 2019 am alten Gärtnerhaus der Annengarten, ein Gemeinschaftsgarten für Anwohner (www.annengarten.ufer-projekte.de).

                      

 

 




Lasioglossum calceatum – Vom Ich zum Wir

In der Welt der Bienen gibt es die verschiedensten „Gesellschaftsformen“; von solitär lebenden Arten, bei denen die Weibchen sich allein um ihren Nachwuchs kümmern, bis zu hochsozialen Staaten mit einer ausgefeilten Arbeitsteilung, wie bei den Honigbienen. Dazwischen kommen aber auch eine Reihe von Übergangsformen im Zusammenleben vor, an denen man erahnen kann, wie die Entwicklung vom selbständigen Individuum hin zu einem arbeitsteilig organisierten Staatswesen verlaufen sein könnte. Eine solche Art ist die Gewöhnliche Schmalbiene (Lasioglossum calceatum).

In nördlichen Gebieten mit kurzen Sommern lebt sie zum Teil solitär, in wärmeren Gegenden dagegen hat sie eine sogenannte „eusoziale“ Lebensweise mit einer Arbeiterinnengeneration und einer zweiten Brut von Geschlechtstieren. Das Nest wird im Frühjahr meist von einem einzelnen Weibchen gegründet, es kommt aber auch vor, dass mehrere junge Weibchen, die gemeinsam überwintert haben, sich im nächsten Frühjahr untereinander eine Königin wählen, mit der sie gemeinsam ein neues Nest gründen.

Das Nest wird im Boden angelegt, mit einem vertikalen Gang, von dem eine Brutkammer mit einer Anhäufung von Brutzellen abzweigt. Die erste Brut besteht aus maximal 12 Eiern, aus denen sich vorwiegend Weibchen entwickeln. Durch die Anwesenheit der Königin bleiben deren Ovarien unterentwickelt – sie dienen dem Nest als Arbeiterinnen. Bei einem Verlust der Königin, wird die älteste Arbeiterin zur neuen Königin. Ungewöhnlich für eine Wildbiene ist, dass manche Königinnen zwei Jahre alt werden können, denn selbst die Königinnen der sozial höher entwickelten Hummeln leben nur ein Jahr.

Das Dutzend Arbeiterinnen der ersten Brut baut etwa 50 Brutzellen, die von der Königin bestiftet werden und aus denen später fruchtbare Weibchen und Männchen schlüpfen. Die begatteten Weibchen überwintern später im Geburtsnest.

Die Weibchen der Gewöhnlichen Schmalbiene sind wenig auffällig und von ähnlichen Arten kaum zu unterscheiden. Die Art gehört jedoch zu einer kleinen Gruppe von Schmalbienen, bei denen das Abdomen der Männchen mehr oder weniger rot gezeichnet ist. Das selbst die  Männchen der Gewöhnlichen Schmalbiene gesellig sind zeigt nachfolgendes Foto, das Thomas Polster gelungen ist, und dass eine Schlafgemeinschaft eines reichlichen Dutzends calceatum-Männchen auf einem abgeblühten Spitzwegerich zeigt.




Neuer Sperrbezirk Dresden-Neustadt

Nach amtlicher Feststellung von Amerikanischer Faulbrut in Dresden-Neustadt wurde auf der Grundlage der Bienenseuchen-Verordnung vom 3.11.2004 (BGBl. I, S. 2738) ein Sperrbezirk gemäß § 10 dieser VO gebildet.

Der Sperrbezirk umfasst folgendes Gebiet der Landeshauptstadt Dresden: Dresden-Neustadt

Für alle Imker im Sperrbezirk (Karte siehe www.dresden.de – Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt, Abt. Tierschutz und Tierseuchenbekämpfung, Amerikanische Faulbrut der Bienen) gilt:

1. Alle Bienenvölker und Bienenstände sind umgehend amtlich auf Faulbrut zu untersuchen. Alle Imker im genannten Sperrbezirk haben sich unverzüglich im Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Landeshauptstadt Dresden zu melden (Telefon 0351-4050511, E-Mail veterinaeramt@dresden.de), soweit dies nicht bereits geschehen ist.
Die Untersuchungen werden in Abhängigkeit vom Ergebnis der ersten Untersuchung frühestens nach zwei Monaten, spätestens nach neun Monaten wiederholt.

2. Bewegliche Bienenstände dürfen von ihrem Standort nicht entfernt werden.

3. Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wabenteile, Wachsabfälle, Wachs, Honig, Futtervorräte, Bienenwohnungen und benutzte Gerätschaften dürfen nicht aus den Bienenständen entfernt werden. Dies gilt nicht für Wachs, Waben, Wabenteile, Wabenabfälle, wenn sie an wachsverarbeitende Betriebe, die über die erforderliche Einrichtung zur Entseuchung des Wachses verfügen, unter der Kennzeichnung „Seuchenwachs“ abgegeben werden. Dies gilt gleichfalls nicht für Honig, der nicht zur Verfütterung an Bienen bestimmt ist. Honig aus den Bienenvölkern ist für den menschlichen Verzehr ohne Einschränkungen verkehrsfähig.

4. Bienenvölker dürfen nicht in den Sperrbezirk verbracht werden.

Die angeordneten Schutzmaßnahmen werden erst nach Abschluss der Untersuchungen durch das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt der Landeshauptstadt Dresden aufgehoben.
Die dem Amt bekannten Imker im Sperrbezirk werden einzeln angeschrieben und informiert, welche Maßnahmen im Einzelfall notwendig sind.




Anthophora bimaculata – Bienenbestimmung nach Gehör

Es ist nicht immer leicht, die über 500 Wildbienen-Arten Deutschlands voneinander zu unterscheiden, da sie untereinander oft sehr ähnlich sind und zudem beim Blütenbesuch meist auch sehr flink und scheu, so dass man selten Gelegenheit hat, eine Biene längere Zeit eingehend zu betrachten.

Es gibt aber Bienenarten, die nicht nur äußerlich unverwechselbar, sondern zudem sogar noch an ihrem typischen Fluggeräusch erkennbar sind. Eine davon ist die Dünen-Pelzbiene (Anthophora bimaculata) mit ihren auffallend türkis-grünen Augen. Wie alle Pelzbienen ist sie eine richtige Flugakrobatin. Sie fliegt äußerst flink, mit plötzlichen Stopps und abrupten Richtungsänderungen und kann beim Fliegen sogar kurzzeitig in der Luft stehen. Dabei erzeugt sie einen sehr hohen und lauten Summton, an dem man sie oft bereits erkennen kann, lange bevor man die Biene selbst zu Gesicht bekommt.

Die Dünen-Pelzbiene trägt ihren deutschen Namen aufgrund ihrer bevorzugten Lebensräume: Sandgebiete mit offenen Bodenstellen, Küstenbereiche und Binnendünen (wie sie z. B. auf dem Dresdner Heller zum finden sind). Dort legt sie ihre Nester im sandigem Boden an.

Die Männchen beißen sich zum Schlafen gern mit Ihren Mundwerkzeugen an Blättern und Halmen fest, wo sie kopfüber hängend, und zum Teil in Gruppen, die Nacht verbringen.




Imkerausflug am 21.09.2019 zu der Berufsimkerei Kolbe in den Harz

Liebe Imkerfreundinnen und liebe Imkerfreunde,

wir möchten Euch recht herzlich zu unserer Exkursion am Sonnabend, den 21.09.2019, einladen. Der Ausflug wird uns in diesem Jahr zu der Wanderimkerei Kolbe(http://www.imkereikolbe.de) in den Südharz führen. Die Familie Kolbe sind erfolgreiche K.niginnenzüchter und Betreiber bzw. Beschicker von mehreren Belegstellen. Wir werden die Möglichkeit haben, den Betrieb zu besichtigen und Ralf Kolbe wird uns einen Vortrag zu dem Betrieb und seinen Zuchtaktivitäten halten.

Daten zur Hin- und Rückfahrt:

  • Abfahrt: 7:00 Uhr – 02627 Radibor / Dorfplatz
  • Zustieg: 8:00 Uhr – 01039 Dresden / Elbepark/ Tankstelle
  • Zustieg: 9:30 Uhr – 04416 Markkleeberg, Hauptstr. 94, Parkplatz – Dehner-Garten-Center

Rückfahrt: ca. 15:00 Uhr ab 06536 Südharz ( OT Roßla )

Kosten: 36 Euro/pro Person – inklusive Busfahrt, Vortrag und Führung durch die Imkerei (Die

Kosten für einen Mittagsimbiss sind noch vor Ort selbst zu entrichten.)
Als Anmeldung gilt nur die Überweisung des Teilnehmerbeitrags auf unser Vereinskonto
(DKB, IBAN: DE96 1203 0000 1020 3744 82 ) mit Name und dem Stichwort: „Ausflug Kolbe“. Die Überweisung sollte bitte zeitnah erfolgen!

Hinweis: Bei Nichtteilnahme können wir kein Geld zurückzahlen!

Gäste und Imkerfreunde/innen aus andern Vereinen sind auch herzlich willkommen!

Mit freundlichen Grü.en

Tino Lorz

1.Vorsitzender




Cerceris rybyensis – Der Bienenjäger

In diesem Monat soll es hier einmal nicht um eine Biene gehen, sondern um einen „Bienenfeind“. Die Bienenjagende Knotenwespe (Cerceris rybyensis) gehört zu den solitär lebenden Wespenarten. Sie lebt nicht in sozialen Verbänden, wie die gewöhnlichen Wespen, sondern jedes Weibchen baut eigene unterirdische Nester, die es mit Proviant für seinen Nachwuchs ausstattet. Damit ähnelt sie in ihrer Lebensweise den solitären Wildbienen, nur dass ihre Larvennahrung nicht aus einem Pollen-Nektar-Gemisch besteht, sondern aus gelähmten Insekten – in ihrem Fall aus Wildbienen der Gattungen Andrena (Sandbienen), Halictus (Furchenbienen), Lasioglossum (Schmalbienen) und Panurgus (Zottelbienen).

Die Ähnlichkeit in der Lebensweise von solitären Bienen und Wespen ist hierbei kein Zufall, denn tatsächlich haben sich die Bienen vor etwa 130 Millionen Jahren aus den Wespen entwickelt, als sie sich von einer räuberischen auf eine rein vegetarische Lebensweise umstellten und begannen, ihre Brut statt mit Insekten oder Spinnen, mit proteinreichem Blütenpollen zu ernähren. Das Foto zeigt eine Bienenjagenden Knotenwespe mit ihrer soeben gefangenen Beute, einer weiblichen Schmalbiene.

An geeigneten Standorten, z. B. in der Nähe von Wildbienennestern, finden sich oft Kolonien von Nestern mehrerer Knotenwespen-Weibchen. Die Nester selbst sind an einem kleinen Hügel von Auswurf um das Eingangsloch herum zu erkennen. Die zierlichen Männchen der Bienenjagenden Knotenwespe findet man gelegentlich in noch unbesetzten Wildbienen-Hotels, wo sie übernachten und verregnete Tage verbringen. In diesem Fall ist der Begriff „Insektenhotel“ also tatsächlich einmal gerechtfertigt.




Neuwahlen des Vorstandes

Es werden noch Bewerber/innen für den Posten des 1. und 2.Vereinsvorsitzenden/e, des Kassierers/in, des Schriftführers/in und des Obmann/frau für die Mitgliederverwaltung gesucht. Voraussichtlich finden die Neuwahlen des Vorstands am 24.09.2019.

Der geschäftsführende Vorstand steht spätestens ab dem 31.12.2019 nicht mehr dem Verein zur Verfügung.