Lehrpfad: Nr. 5 – Lehmwand-Nisthilfe für Steilwandbewohner am JÖH

Lehmwand – Nisthilfe für Steilwandbewohner am JÖH

Sie stehen vor einer einem Fachwerkhaus nachempfundenen Lehmwand im Eingangsbereich des Jugendökohauses Dresden. Diese Wand kann verschiedenen Wildbienenarten als Ersatzhabitat für natürliche Steilwände dienen. Ursprünglich lebten diese Bienen in Uferabbrüchen natürlicher Flussläufe. Jedoch sind zahlreiche dieser natürlichen Lebensräume in den letzten 150 Jahren nach und nach vernichtet worden. Ersatzweise finden sich dafür in der Kulturlandschaft aufgelassene Sand- und Lehmgruben, sonnenbeschienene Steilhänge in Weinbergen oder Häuser mit Lehm oder Kalkmörtel. Aber auch viele diese Ersatzlebensräume sind in den letzten Jahrzehnten weggefallen. Künstliche Lehmwände könnten diese Lücke wenigstens teilweise füllen.

Das ist wichtig, da zahlreiche Bienenarten auf Lehm als Nistsubstrat angewiesen sind.

Die hier nistenden Bienen sind grabende Bienenarten, die vorzugsweise in Löss oder sandigem Lehm siedeln. Besonders gern werden schon vorhandene (vorgebohrte) Löcher mit 5-8 mm Durchmesser als Ausgangspunkt für die eigene Grabtätigkeit angenommen.

Häufig sind Pelzbienen (Gattung Anthophora, vor allem A. plumipes) Pioniere solcher Nistplätze. Sie vertiefen grabend vorhandene Löcher in Lehmwänden, um am Ende zweier oder dreier Seitengänge mehrzellige Nester anzulegen. Die Nester dieser Bienen dienen dann in den Folgejahren oft auch anderen Solitärbienen und -wespen als Nistgänge.

Oft findet man an Lehmwandnisthilfen Arten der Gattungen Andrena (Sandbienen, z.B. Andrena agilissima), Chalicodoma (Mörtelbienen, z.B. Chalicodoma ericetorum) und Lasioglossum (Schmalbienen, z.B. Lasioglossum limbellum) sowie die Vierfleck-Pelzbiene (Anthophora quadrimaculata).

Auch andere Hautflügler profitieren von dem Nistplatzangebot. Man findet Schornsteinwespen (Odynerus) und nicht nur die Pillenwespe (Eumenes pedunculatus) errichtet aus dem lehmigen Baumaterial ihre krugförmigen Brutzellen.

Wie man an dieser Lehmwand, die bewusst nicht durch ein Drahtgeflecht geschützt wurde, gut sehen kann, profitieren auch Vögel von dem reichhaltigen Nahrungsangebot. Aus diesem Grund kann man gut die Anlage der Brutgänge im Inneren beobachten.

Für die eigene Anlage einer Lehmwand als Nisthilfe findet man in Büchern und im Internet zahlreiche Tipps. Besonders zu empfehlen sind die unten gelisteten Beispiele, aus denen auch die Information für diese Station des Bienenlehrpfades entnommen wurde.

  1. Wildbienen – Die anderen Bienen. Paul Westrich, Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München 2015
  2. https://www.wildbienen.info
  3. http://www.wildbienen.de

 

 

 




Andrena lapponica – Die Biene der nördlichen Wälder

Mit 75 Spezies in Sachsen sind die Sandbienen (Gattung Andrena) unsere artenreichste Wildbienengruppe. Man findet sie in den unterschiedlichsten Größen und Farben und zu den verschiedensten Zeiten im Jahr. Und obwohl alle Sandbienen in sandigem oder lehmigem Boden nisten, besiedeln sie je nach Art auch die unterschiedlichsten Lebensräume. So findet man sie sogar dort, wo sonst kaum Wildbienen vorkommen: mitten im Wald.

Eine dieser seltenen „Waldbienen“ ist die Heidelbeer-Lockensandbiene (Andrena lapponica). Wie ihr deutscher Name bereits andeutet, ist sie auf Heidelbeergewächse spezialisiert. Sie sammelt den Pollen für die Ernährung ihrer Brut vor allem auf den Blüten von Heidelbeeren, aber auch an denen von Preisel-, Rausch- und Moosbeeren. Dies und ihre relative Unempfindlichkeit gegen Kälte und Feuchtigkeit macht sie zu einem typischen Bewohner der nördlichen Wälder. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich bis weit jenseits des Polarkreises. Ihr lateinischer Name bedeutet daher auch „Lappländische Sandbiene“.

In Deutschland ist die Heidelbeer-Lockensandbiene aber ebenso verbreitet wie in Russland, Norwegen, Schweden und Finnland. Überall wo in lichten Wäldern Heidelbeeren blühen, kann man sich auf die Suche nach ihr machen. Die Weibchen sind leicht zu erkennen. Bis auf den leuchtend orangeroten Rücken und eine helle Haarlocke an der Innenseite der hinteren „Oberschenkel“ ist sie vollständig schwarz behaart. Also „Augen auf“ beim nächsten Waldspaziergang.




Status zur Amerikanischen Faulbrut in Dresden

  • Neuer Sperrbezirk in Dresden-Brabschütz
  • Sonst nur noch Völker mit geringer Sporenbelastung im Stadtgebiet
  • Wabenumlauf im Frühling bei allen belasteten Völkern
  • Auflösung von 5 Sperrbezirken im Laufe des Jahres 2019

Karte mit Sperrbezirken in Dresden 




Feuertermin

In diesem Jahr wird es für alle Imkerinnen und Imker einen Feuertermin geben.

Interessierte melden sich bitte unter NetzwerkAFB@gmx.de mit Angabe des zu verbrennenden Materials.

Der Termin wird noch bekannt gegeben.




Andrena fulva – Freunde im Beerengarten

Die neue Bienensaison und damit auch unsere diesjährige “Wildbiene des Monats” startet mit einer unserer frühesten, häufigsten und auffälligsten Wildbienen – der Fuchsroten Sandbiene (Andrena fulva). Neben alldem ist eine unserer nützlichsten, zumindest für alle Gartenbesitzer, denn obwohl sie nicht zu den streng spezialisierten Bienen zählt, hat die “Goldbiene”, wie sie auch genannt wird, eine besondere Vorliebe für Beerensträucher und hier besonders für Johannis- und Stachelbeeren.

Für diese ist sie der Hauptbestäuber, denn während es anderen Bienenarten, einschließlich der Honigbiene, zur Blütezeit der Beerensträucher oft noch zu kalt ist, sammeln die Weibchen der Fuchsroten Sandbiene, dank ihres dichten Pelzes, bereits fleißig an ihnen Pollen und sorgen damit zuverlässig für ihre Bestäubung. Oft kann man mehrere Weibchen gleichzeitig an den Sträuchern beobachten, wo sie auch gern auf den Blättern ausruhen.

Die Männchen mit ihren beindruckenden Mandibeln bekommt man seltener zu Gesicht, denn sie patrouillieren auf der Suche nach Weibchen permanent um die verschiedenen Beerensträucher und Nester einer Gegend und legen dabei eine besondere Eile an den Tag, so dass man sie oft nur als vorbeihuschenden rötlichen Schatten wahrnimmt.

Die Fuchsrote Sandbiene nistet im Boden in weniger dicht bewachsenen, unversiegelten Bodenstellen. Will man der Biene in seinem Garten ein Zuhause bieten, lohnt es sich daher, etwas löchrige Stellen im Rasen, Trampelpfade u. ä. zu tolerieren und auf eine Komplettversieglung z. B. von Gartenwegen zu verzichten und statt dessen Plattenwege mit breiten Fugen zu legen. Die Fuchsrote Sandbiene dankt es uns mit einer reichen Beerenernte.




Monitoring zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut

Seit 1. Februar 2019 ist es soweit, das Monitoring zur AFB ist gestartet!

 

Alles Infos findet ihr hier: DNN Artikel




Mit-Imker gesucht!

Der Standort Kulturpalast in Dresden sucht einen neuen Co-Imker, gern auch Neuimker. Zu betreuen sind 4 Völker. Geboten wird zusätzlich eine schöne Aussicht.
Bei Interesse bitte melden bei Tino Lorz unter lorz@imkerverein-dresden.de.




Neuimkerkurs 2019

An alle Bienenfreunde, hier findet ihr alle wichtigen Informationen zum Neuimkerkurs 2019.

Am Donnerstag, den 07. März 2019 gegen 18.30 Uhr, findet eine kostenlose Informationsveranstaltung zum Dresdner Neuimkerkurs 2019 statt. Veranstaltungsort ist das Haus der Begegnung | Großenhainer Straße 93 | 01127 Dresden. Eingeladen ist jede/r, die/der sich für das Thema Bienen und Imkerei interessiert. Eine Anmeldung zur kostenlosen Informationsveranstaltung ist nicht notwendig.
An diesem Tag werden die Termine zum Neuimkerkurs sowie die Inhalte und Referenten bekannt gegeben. Des Weiteren bietet diese Veranstaltung die Möglichkeit, viele Fragen zum Thema Imkerei beantwortet zu bekommen.
Der Dresdner Neuimkerkurs richtet sich nach dem „Neugersdorfer Modell“: Fünf Workshoptage, bei denen am Vormittag die Theorie im Vordergrund steht und am Nachmittag bei verschiedenen ImkerInnen direkt an den Bienen gearbeitet wird. Vom Erwachen und Wachsen des Bienenvolkes im Frühjahr über das Honigschleudern bis hin zur Einwinterung umfasst der Kurs alle anfallenden Arbeiten, die über das Jahr notwendig sind und geben den TeilnehmerInnen das KnowHow mit auf den Weg, selbst Bienen zu halten.
Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.saechsische-imkerschule.de/

Die Termine können aus organisatorischen Gründen noch nicht komplett verbindlich angegeben werden. Änderungen möglich.

 

Haus der Begegnung Donnerstag 07.03.19 18.30 20.00 Kostenfreie Informationsveranstaltung Neuimkerkurs 2019
St. Pauli Salon, Hechtstr. 32 Sonnabend 06.04.19 9.30 15.00 Teil 1
St. Pauli Salon, Hechtstr. 32 Sonnabend 27.04.19 10.00 15.30 Teil 2
Haus der Begegnung Sonnabend 11.05.19 10.00 15.30 Teil 3
St. Pauli Salon, Hechtstr. 32 Sonnabend 15.06.19 10.00 15.30 Teil 4
St. Pauli Salon, Hechtstr. 32 Sonnabend 03.10.19 10.00 15.30 Teil 5
Haus der Begegnung Donnerstag 24.10.19 18.30 21.00 Neuimkerstammtisch

 




Verbündete zur Bekämpfung der Varroamilbe gesucht! – „Varroaresistente Biene Sachsen“ (VRS)

Das Projekt „Varroaresistente Biene Sachsen“ hat sich seit 2017 die Zielsetzung gesetzt, Honigbienen nach natürlicher Varroaresistenz zu selektieren und dieses Merkmal zu verbreiten. Es sollen Zuchtlinien der Buckfast, Carnica und Mellifera auf diese Eigenschaft geprüft und gezüchtet werden. Das Ziel, des vom Landesverband Sächsischer Buckfastimker e.V. ins Leben gerufen Projekts, ist es die Gesundheit der allgemeinen Bienenpopulation zu verbessern und die aktuellen jährlichen Bienenverluste, von 20-40 %, in Sachsen bis 2030 zu stark verringern.

Die wissenschaftliche Grundlage unserer Arbeit ist die Erkenntnis der nur rezessiven Vererbung dieser gewünschten Eigenschaft. Das heißt, die Varroaresistenz wird nur an die Folgegeneration vererbt, wenn auch der weibliche und männliche Teil  diese genetische Eigenschaft besitzen.

Mit Hilfe von Techniken, wie die Eindrohenbesamung, das Erstellen und  die Infektion von kleinen Testvölkern mit Varromilben,  Milben- Auszählaktionen mit vielen Mitarbeiter/in und der Einrichtung einer „Varroaresistenz – Belegstelle“ ab 2022 wollen wir dieses Ziel umsetzen.

Der Landesverband Sächsischer Buckfastimker e.V. organisiert im Rahmen  des Projekts die Ausbildung von Besamungstechniker/innen, das Training der Züchter/innen und der Auszähler/innen, den Aufbau von Zuchtlinien mit den einsprechen Eigenschaften und den späteren Betrieb einer entsprechenden Belegstelle.

Um dieses  dringendste Problem der sächsischen Imkerschaft wirklich nachhaltig und langfristig zu lösen und nicht, trotz des massivem Einsatz Medikamenten zum Milben-Bekämpfung, jährlichen große Verluste von Bienenvölkern zuhaben, ist die Züchtung einer Biene mit natürlichen Resistenzeigenschaften der einzige Lösungsweg.

Wir können bei diesem Projekt auf erste positive Ergebnisse zurückschauen und uns bestärkten die schon großen Erfolge anderer europäischer Imker/innen, die diesen vielversprechenden Weg schon gegangen sind.

Um das Projekt auf einer breiten Basis zu verwirklichen und zum Erfolg zu führen,  sind die Imker/innen und Bienenfreund/innen aufgefordert mitzuarbeiten!

Nur in der Gemeinschaft aller Imker/innen können wir Fortschritte auf diesem Weg erreichen, im Grunde ist es für jeden eine Verpflichtung bei diesem großen Vorhaben mitzuarbeiten und es zu unterstützen.

 

 

Interessenten, auch gern Nichtimker/innen, melden sich bitte bei der Projektkoordinatorin:
Katrin Weißbach E-Mail: katrinweissbach@freenet.de,  

Telefon. 0152 53633712! Info: www.buckfast-sachsen.de

 




Handbuch für die erfolgreiche Imkerei

Nun ist es da, das Buch! Die Autoren dürften unseren Mitgliedern wohl bekannt sein: Marion Loeper, Tino Lorz und René Schieback haben dieses wunderbare Werk geschaffen.

Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, einzigartiges Wissen über die Bienen zu bewahren und für weitere Generationen niederzuschreiben.

Das Buch ist erhältlich beim Deutschen Bienenverlag. Ein weiteres Projekt der Autoren um Wissen, Erfahrungen und Einblicke in die Imkerei für alle zur Verfügung zu stellen.

Vielen Dank an die Autoren für die Zeit, Liebe und das Engagement was ihr in dieses Werk gesteckt habt!

Das Buch ist hier erhältlich: Deutscher Bienenverlag 

 

Dieses Buch ist ein Leitfaden…

…für jede Imkerin und jeden Imker, erfolgreich Bienen unter den heutigen Bedingungen und Erfordernissen zu halten. Praktisches Wissen und die Erfahrungen verschiedener Generationen, von Charles Dadant über Bruder Adam bis zu Hans Beer, sind in diesem Buch zusammengeführt und aufbereitet und stehen so für den  Imkeralltag zur Verfügung.

Nachdem Lorenzo L. Langstroth im Jahre 1851 den Beespace von 6-10 mm entdeckte und 1852 das  bewegliche Rähmchen zum Patent anmeldete, waren die Grundlagen für die heutige moderne Bienenhaltung im Magazin gelegt. Charles Dadant setzte  diese Entwicklungen in die Praxis um und entwickelte daraufhin die in diesem Buch beschriebene Magazinimkerei. Als Bruder Adam nach einer geeigneten Beute zur vollen Ausschöpfung der Leistung seiner Bienenköniginnen in einem Brutraum suchte, griff er auf  die quadratische Dadant-Beute mit 12 Waben zurück. Hans Beer studierte und übernahm die Betriebsweise von Adam. Er komplettierte und ergänzte sie um das Wärmebett auf dem Gitterboden, das Trennschied und die Betriebsweise im Angepassten Brutraum. Im Ergebnis bildet diese Entwicklung das heute gültige Handwerkszeug für eine zeitgemäße, bienengerechte und wirtschaftliche Bienenhaltung. Ein großer Teil der Berufs- und Nebenerwerbsimker im deutschsprachigen Raum arbeitet inzwischen nach diesem System. Aber auch unter den Freizeitimkern etabliert sich diese Art der unkomplizierten und modernen Bienenhaltung zunehmend.