Halictus scabiosae – Die schöne Opportunistin

Die Klimaerwärmung beeinflusst viele Bereiche, so auch die Welt der Wildbienen. Während wärmeliebende Arten jedes Jahr weiter in Hochgebirge sowie nach Norden vordringen, weichen Arten, die an kühlere Temperaturen angepasst sind, noch weiter nördlich aus, oder werden von den Neuankömmlingen verdrängt. Eine dieser wärmeliebenden Neuankömmlinge ist die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae). War diese noch vor zehn Jahren ein seltener Gast in Sachsen, gehört sie heute bereits zu den am häufigsten gemeldeten Arten. Das liegt zum einen an ihrer Größe und auffälligen Färbung, wodurch sie leicht von anderen Arten ihrer Gattung unterschieden werden kann. Ein weiterer Grund für ihre Häufigkeit liegt in ihrem Sozialverhalten.

Halictus scabiosae gehört zu den Bienenarten mit einer sogenannten primitiv eusozialen Lebensweise, bei der mehrere begattete Weibchen gemeinsam in ihrem Geburtsnest überwintern, um dann im nächsten Frühjahr ebenfalls gemeinsam ein neues Nest zu gründen. Das größte Weibchen wird dabei zur Königin gewählt. Seine Aufgaben sind das Eierlegen und das Bewachen des Nesteinganges. Die Schwestern übernehmen den Nestbau und die Nahrungsbeschaffung. Später werden sie von der Königin vertrieben und gründen daraufhin eigene Nester, die sie entweder selbst im Erdboden anlegen oder sogar durch Okkupation von anderen Bienenarten „übernehmen“.

Die Gelbbindige Furchenbiene nutzt zum Pollensammeln Korbblütler, Windengewächse und Kardengewächse. Dabei zeigt sie eine besondere Vorliebe für lilafarbene Blüten, insbesondere für Disteln, an denen man auch die Männchen im Spätsommer oft in Gruppen beobachten kann.




Neuigkeiten von Wespen und Hornissen 2019

Als Wespen-und Hornissenbeauftragte der Stadt Dresden und des Imkervereins führte mich letztes Wochenende der Weg in die Nähe von Frankfurt/Main. Seit 2003 beschäftigt sich Peter Tauchert, Rodgau Berufsfeuerwehr, professionell mit Wespen und Hornissen, richtete die viel beachtete Website „Wespenschutz.de“ ein und lud zum Fachaustausch 2019.

Hornissen und Wespen

Bienen sind nützlich, Hummeln sind puschelig und so eine niedliche Feldwespe mit orangefarbenen herunterhängenden Fü.en lassen sich die meisten auch noch gefallen, aber bei Wespen oder gar Hornissen hört der Spaß meist auf. Inmitten von Menschen, die diese Tiere mit einer großen Faszination betrachten, ihnen das Dasein auch an ungünstigen Standorten ermöglichen, sie beobachten, wertschätzen und Mittel und Wege ersinnen, wie sie mit der schwierigen Spezies Mensch in friedlicher Koexistenz leben kann, fühlte ich mich sehr wohl.

 

Umfangreiche Vorträge über das Werden und Vergehen der stets einjährigen Wespen-und Hornissennester wurden begleitet von einer Ausstellung von Hornissen-und Wespenequipment zum Umsiedeln. Handwerkliche Fähigkeiten sind als Hornissen-und Wespenfachberater bzw. -umsiedler von großem Nutzen, gibt es doch auf diesem Sektor kaum industriell gefertigte Produkte. Selbst ist der Mann/die Frau. Einem spontanen Vortrag über einen Einwanderer, der vor etwa vier Jahren die französische Grenze überschritt, wurde mit besonderer Spannung gelauscht. Es ging um Vespa velutina, die Thailändische Hornisse.Nicht zu verwechseln mit Vespa mandarina, der Japanischen Hornisse. Letztere versetzt regelmäßig asiatische Imker in Angst und Schrecken. Sie hat die unangenehme Eigenschaft Bienenvölker der eingeführten Westlichen Honigbiene zu überfallen und zu töten, um an die kostbaren Larven und Puppen heran zu kommen und den Honig zu stehlen.

Die Thailändische Hornisse

Die Thailändische Hornisse gehört seit etwa 2014 zu Deutschland. Eingewandert aus Frankreich, baut sie einjährige, große, sehr haltbare Nester, die auch im November noch Brut und eine große Anzahl an Tieren beherbergen. Der Neststandort findet sich nicht verborgen auf einem Dachboden oder in einer Baumhöhle, wie es die heimische Hornisse bevorzugt, sondern meist 15-20 m hoch in der Krone hoher Bäume. Geschützt vom Blätterdach und verankert an den dünnen Zweigen der Krone scheint das Nest darin zu schweben. Erst mit dem Laubfall im Herbst wird es sichtbar. Ein Nest kann bis zu 10.000 Tiere beinhalten, so die vorsichtige Schätzung von Dr. Manfred Verhaagh von Apis e.V. in Karlsruhe. Er untersuchte 2018 ein Nest nach der Abtötung im November. Zum Vergleich: Die heimische Vespa crabro produziert etwa 500-750 Tiere pro Nest pro Jahr.

Erste Beobachtungen haben ergeben, dass die „Neue“ eher unauffällig lebt und bisher nicht mit comicartigen Überfällen etc. auffiel. Bienenvölkern gegenüber verhält sie sich in ungewöhnlicher Weise. Während die heimische Hornisse mit großer Ruhe auf dem Apfelbaum neben den Bienenstöcken sitzt und auf eine günstige

Gelegenheit wartet, sich eine Biene zu schnappen, patrouilliert die Thailändische Hornisse wie ein Hubschrauber vor dem Flugloch und fängt dort heimkehrende Bienen.

Das östlichste Nest wurde letztes Jahr in Karlsruhe entdeckt. Sollte sie ihre Richtung und Geschwindigkeit der Ausbreitung, mit derzeit 5km pro Jahr, beibehalten, wird ihre Ankunft in Sachsen noch ein paar Jahrzehnte dauern. Wenn nicht ein unvorsichtiger Autofahrer eine Königin einlädt…

Behördlicherseits ist derweil ein Streit entstanden: Vernichtung aller Nester oder gezielte Beobachtung, um Verbreitungswege und -geschwindigkeit und die Biologie der Tiere zu erforschen?

Derzeit werden alle Nester der Vespa velutina in Baden Württemberg vernichtet um eine weitere Ausbreitung der Hornisse zu verhindern.

Viele Anregungen aus diesem Seminar fließen in unsere Arbeit in Dresden ein. Wir waren die einzigen Vertreter aus den östlichen Bundesländern. Anfragen aus ganz Sachsen, wie wir sie letztes Jahr verzeichneten, spiegeln dies wieder. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Wespen und Hornissen selbstverständlich zum Naturbild in Deutschland gehören. Das Ausweichen der Tiere in Städte, auf regen-sichere Balkone, hinter dämmende Materialien, in Gartenschuppen und Dachböden ist eine Reaktion auf die Versieglung und Vereinnahmung der natürlichen Räume durch den Menschen.

Marion Loeper  – Schwarmbeauftragte/Stechimmenrettung
schwarmrettung@imkerverein-dresden.de

Telefon 0176 83273621

Ihre Ansprechpartnerin für herrenlose Bienenschwärme, Hummeln, Wespen- und Hornissennester




Helfer gesucht für den Feuertermin

Am 15.6.2019 findet ein Feuertermin statt. Dafür werden noch 4 Helfer gesucht. Es handelt sich um 3-4 Stunden.

Interessenten melden unter NetzwerkAFB@gmx.de.




Rückblick zur Königinnenzucht in Neschwitz

Der Königinnenzuchtkurs im Neschwitz war heute sehr gut besucht.

Vielen Dank an die Holzwerkstatt / Imkerbedarf Buder. Wir duften den Kurs in den Räumlichkeiten durchführen.
Rolf Schülbe unterwies die fast 40 Imkerinnen und Imker praktisch und theoretisch in den Techniken der Königinnenzucht.
Die Buckfastbiene mit ihrer genetischen Vielfalt bietet bietet die Chance in Sachsen wieder eine regional angepasste Biene, die Herausforderungen wie die Varroa-Milbe trotz, wieder zu etablieren.

 




Projekt “Varroaresistente Biene” Sachsen

Martin Gabel vom Bieneninstitut Kirchhain war da und hat einen sehr interessanten Vortrag mit dem Schwerpunkt: “Resistenz- Merkmale in Bienenvölker erkennen” gehalten. Die Veranstaltung diente auch als Einführung und Schulung der „Milben-Auszähler/innen“ im Projekt. Die erste große Auszähl-Aktion findet vom 26.-28.07. in Chemnitz statt. Mitstreiter können sich noch melden.

 




Mitmachen und helfen bei der Renovierung des “Kleinen Bienenmuseums!

Das einzigartige Kleines Bienenmuseum soll eine “Frischekur” erhalten. Neben der Renovierung der Ausstellungsräume sollen Exponate repariert, erneuert aber auch neue Stücke angeschafft werden um auch der modernen Imkerei Rechnung zu tragen.

 

Hier der Link zum helfen “Kleines Bienenmuseum”




Fotowettbewerb „Faszination Biene“ 2019

Bienen faszinieren uns – sei es die Honigbiene oder ihre wilden Schwestern, die zahlreichen Wildbienen und Hummeln.

Teilt mit uns Eure Bienenfotos – die 10 besten Einsendungen wollen wir auf den Internetseiten der Centrum Galerie Dresden, des Imkervereins Dresden bzw. bei der AG Biene sucht Blüte präsentieren. Die drei schönsten Bilder erhalten außerdem je einen Preis.

Sendet bis zum 7.6.2019 eure schönsten Bilder an kontakt@bienesuchtbluete.de.

Jeder Teilnehmer kann bis zu fünf Fotos einreichen (bitte im JPEG Format).

Wir freuen uns auf eure Einsendungen!

Hier gleich noch die Teilnahmebedingungen lesen.

 




Erfahrener Imker gesucht!

Der Standort Kulturpalast in Dresden sucht einen neuen Imker. Zu betreuen sind 4 Völker.
Geboten wird zusätzlich eine schöne Aussicht.
Bei Interesse bitte melden bei Tino Lorz unter lorz@imkerverein-dresden.de.




Zeit für eine gute Tat

Schnell gutes tun? Kein Problem!

Macht mit bei den Petitionen und helft dabei, unsere Bienen zu schützen 🙂

Reformierung der Risikoprüfung für Pestizide zum Schutz von Bienen und anderen Insekten 

Rettet die Bienen in Sachsen

 

 




Status zur Amerikanischen Faulbrut in Dresden

  • Neuer Sperrbezirk in Dresden-Brabschütz
  • Sonst nur noch Völker mit geringer Sporenbelastung im Stadtgebiet
  • Wabenumlauf im Frühling bei allen belasteten Völkern
  • Auflösung von 5 Sperrbezirken im Laufe des Jahres 2019

Karte mit Sperrbezirken in Dresden