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Station Nr 1 – Die Wildbienen-Nisthilfeskulptur

Den Bienen auf der Spur

 

In Deutschland gibt es über 500 Bienenarten, die als “Wildbienen” bezeichnet werden. Dazu gehören die bekannten Hummeln, aber auch Mauerbienen, Pelzbienen, Sandbienen und viele andere. Die Nisthilfe-Skulptur bietet verschiedenen oberirdisch nistenden Wildbienenarten einen Platz zum Anlegen ihrer Brutnester an.

Die meisten Wildbienen sind sogenannte Solitärbienen, bei denen die Weibchen ohne Mithilfe von Artgenossen ihre Brutnester bauen. Mit etwas Glück können sie an der Nisthilfe-Skulptur dabei beobachtet werden. Solitär lebende Wildbienen greifen von sich aus nie an. Daher kann man gefahrlos mit ihnen in direkter Nachbarschaft leben und sie aus unmittelbarer Nähe beobachten.

Die Nester oberirdisch nistender Arten bestehen meist aus mehreren hintereinander liegenden Brutzellen, in denen jeweils ein einzelnes Ei auf einen Pollen-Nektar Vorrat gelegt wird. Dieses entwickelt sich dann zu einer Larve, Puppe und anschliessend zum fertigen Insekt. Nach vorn abgeschlossen werden diese Brutröhren durch einen Verschlusspfropfen. Dieser kann aus verschiedenen Materialien bestehen, die artspezifisch sind. Daher ist es möglich zu erkennen, welche Bienenart darin ihre Brut abgelegt hat. Verschlossene Löcher bedeuten, dass Nestbau und Brutpflege bereits abgeschlossen sind und es nun meist bis zum nächsten Frühjahr dauert, bis die nächste Bienengeneration schlüpft.

Wildbienen haben als Bestäuber unserer Nutz- und Wildpflanzen eine große Bedeutung, doch ihre Zahl nimmt dramatisch ab. Wildbienen können wir am einfachsten schützen, wenn sowohl Lebensräume, als auch Nistbaumaterialien und Nahrungspflanzen erhalten bleiben. Wichtig ist dabei auch der Erhalt von freien Bodennistmöglichkeiten, da in Deutschland circa 75 % der Wildbienen im Boden nisten und nur 25% in oberirdischen Hohlräumen.

 

Diese Station des Bienenlehrpfades wurde ermöglicht durch die finanzielle Unterstützung der Wohnungsgenossenschaft Johannstadt. Ein großer Dank gilt auch den Künstlern Alina Illgen und Thomas Junghans für die Gestaltung der Skulptur.