Halictus scabiosae – Die schöne Opportunistin

Die Klimaerwärmung beeinflusst viele Bereiche, so auch die Welt der Wildbienen. Während wärmeliebende Arten jedes Jahr weiter in Hochgebirge sowie nach Norden vordringen, weichen Arten, die an kühlere Temperaturen angepasst sind, noch weiter nördlich aus, oder werden von den Neuankömmlingen verdrängt. Eine dieser wärmeliebenden Neuankömmlinge ist die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae). War diese noch vor zehn Jahren ein seltener Gast in Sachsen, gehört sie heute bereits zu den am häufigsten gemeldeten Arten. Das liegt zum einen an ihrer Größe und auffälligen Färbung, wodurch sie leicht von anderen Arten ihrer Gattung unterschieden werden kann. Ein weiterer Grund für ihre Häufigkeit liegt in ihrem Sozialverhalten.

Halictus scabiosae gehört zu den Bienenarten mit einer sogenannten primitiv eusozialen Lebensweise, bei der mehrere begattete Weibchen gemeinsam in ihrem Geburtsnest überwintern, um dann im nächsten Frühjahr ebenfalls gemeinsam ein neues Nest zu gründen. Das größte Weibchen wird dabei zur Königin gewählt. Seine Aufgaben sind das Eierlegen und das Bewachen des Nesteinganges. Die Schwestern übernehmen den Nestbau und die Nahrungsbeschaffung. Später werden sie von der Königin vertrieben und gründen daraufhin eigene Nester, die sie entweder selbst im Erdboden anlegen oder sogar durch Okkupation von anderen Bienenarten „übernehmen“.

Die Gelbbindige Furchenbiene nutzt zum Pollensammeln Korbblütler, Windengewächse und Kardengewächse. Dabei zeigt sie eine besondere Vorliebe für lilafarbene Blüten, insbesondere für Disteln, an denen man auch die Männchen im Spätsommer oft in Gruppen beobachten kann.