Melitta nigricans – Nah am Wasser gebaut

Melitta nigricans – Nah am Wasser gebaut

In unserer „Biene des Monats August“ soll es einmal wieder um einen absoluten Spezialisten unter den Wildbienen gehen, die Blutweiderich-Sägehornbiene (Melitta nigricans).

Wie alle Sägehornbienen ist sie zum Pollensammeln auf eine bestimmte Pflanzengattung spezialisiert, und in ihrem Fall sogar nur auf eine einzige Pflanze: den Gewöhnlichen Blutweiderich (Lythrum salicaria). Diese schöne Staude mit ihren magentafarbenen Blüten wächst wild an feuchten Stellen und Flußufern, so auch an den Dresdner Elbufern. Dort kann man bei schönem Wetter sowohl die liebeshungrigen Männchen der Blutweiderich-Sägehornbiene beobachten, als auch die pollensammelnden Weibchen. Wem es bis zur Elbe zu weit ist, holt sich die Pflanze einfach in seinen Garten, wo sie das Ufer von Gartenteichen und feuchtere Bereiche der Blumenbeete ziert und mit ihrem reichlichen Nektarangebot neben Melitta nigricans auch viele andere Insekten satt macht, darunter auch unsere Honigbienen.

Der Gattungsname Sägehornbienen bezieht sich auf die oft stark ausgeformten Fühlergliedern der Männchen. Neben der Blutweiderich-Sägehornbiene sind bei uns noch die Glockenblumen-Sägehornbiene (Melitta haemorrhoidalis), die Luzerne-Sägehornbiene (Melitta leporina) und die Zahntrost-Sägehornbiene (Melitta tricincta) heimisch – allesamt Spätsommerbienen. Ihr deutscher Name verrät ihre jeweilige Spezialisierung. Und obwohl sich alle Sägehornbienen-Arten recht ähnlich sehen, lassen sie sich bereits an der jeweiligen Pollenquelle sicher bestimmten.

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Megachile willughbiella – Basteln mit Rosen

Megachile willughbiella – Basteln mit Rosen

Die wichtigste Gemeinsamkeit aller Bienenarten ist das Sammeln von Pollen für die Ernährung der Larven sowie das Anlegen von Nestern mit mehreren Brutzellen, in denen sich jeweils ein Häufchen Pollenproviant und ein Ei befinden. Die größten Unterschiede zwischen den einzelnen Bienengattungen bestehen dagegen in der Art und Weise, wie diese Nester angelegt werden.

Die außergewöhnlichsten Brutnester bauen vermutlich die Arten aus der Gattung der Blattschneiderbienen (Megachile). Wie ihr deutscher Gattungsname schon andeutet, schneidet das Weibchen mit seinen Mandibeln runde Ausschnitte aus Laub- oder Blütenblättern. Diese faltet es in der Mitte zusammen, klemmt sie längs zwischen seine Beine und trägt sie so zum Nest. Dieses wird meist in einem horizontalem Loch oder einer Spalte in Totholz, zwischen Steinen oder unter Wurzelballen angelegt. Das eigentliche Nest besteht aus mehreren solcher Kreisstücke, die zu einem zigarrenförmigen Gebilde verbaut werden, in dem sich die einzelnen Brutzellen befinden. Auch den Nestverschluss bildet eine Blattscheibe, so dass man Nester von Blattschneiderbienen bereits leicht von außen erkennen kann.

Eine unserer häufigsten Blattschneiderbienenarten ist die Garten-Blattschneiderbiene (Megachile willughbiella). Wie die meisten oberirdisch nistenden Bienen, sammelt und transportiert das Weibchen den Pollen nicht an den Beinen, wie die Honigbienen, sondern am Bauch, wozu es (wie eine Reihe ähnlicher Arten) mit einer rot-schwarzen Bauchbürste ausgestattet ist. Das Männchen gehört zu einer kleinen Gruppe von Blattschndeiderbienen, bei denen die oberen Fußglieder der Vorderbeine weißlich gefärbt und stark verbreitert sind. Das Männchen der Garten-Blattschneiderbiene trägt daran noch einen breiten Fransenkamm, so dass seine „Unterarme“ wie große, helle, mit Fransen besetzte Stulpenhandschuhe wirken. Zusammen mit den für Blattschneiderbienen typischen schaufelartigen Mandibeln gibt ihm das ein abenteuerliches Aussehen.

Als Baumaterial bevorzugen die Weibchen besonders die Laubblätter von Rosen und Blauregen. Wo sich dort solche auffälligen runden Löcher am Blattrand zeigen, muß man sich als Gartenbesitzer also nicht wegen eventueller Pflanzenschädlinge sorgen. Im Gegenteil ist dies ein Grund zur Freude, da man sich gewiss sein kann, eine der interessantesten Bienenarten in seinem Garten zu beherbergen.

Zum Nektartrinken werden von beiden Geschlechtern gern Schmetterlingsblütler, wie Hauhechel, Hornklee und Ginster besucht. Dort kann man dann auch oft die Männchen beobachten, wie sie auf der Suche nach paarungswilligen Weibchen um die Pflanzen patrouillieren.

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Panurgus calcaratus – Rasen ist kein Kavaliersdelikt

Panurgus calcaratus – Rasen ist kein Kavaliersdelikt

In unserer aktuellen Biene des Monats soll es um ein ernstes Thema gehen: um die in Deutschlands Parks und Gärten so weit verbreitete Angst vorm Blümchen („Anthophobie“). Das nachstehende Foto entstand in einem namhaften deutschen Park und zeigt, wie ein ohnehin nur 4 cm (!)  kurzer Rasen mit viel Krawall und mittels Mähtraktor mit sogenanntem „Aufbereiter“ getrimmt wird.

Das folgende Foto entstand auf der gleichen Fläche, 10 Minuten vorher. In den Blüten des auf der Wiese wachsenden Ferkelkrauts tummelten sich hunderte Individuen einer Bienenart, die den putzigen Namen Kleine Zottelbiene trägt. Da es ein trüber Tag war, war den Bienen nicht nach Fliegen zumute. Schlecht für sie, denn Rasenmäher mit Aufbereiter schneiden einen Rasen nicht nur, sondern zerhäckseln das Mähgut außerdem noch in kleinste Stücke, einschließlich aller Insekten, die sich zum Zeitpunkt des Mähens auf den Pflanzen befinden.

Aber auch diejenigen Bienchen, die dieses Massaker überlebten, hatten nichts zu lachen. Durch den übertriebenen Mähwahn wurde ihnen mit einem Schlag sämtliche Nahrung entzogen, denn die Kleine Zottelbiene (Panurgus calcaratus) ist zum Nektar- und Pollensammeln auf gelbe Korbblütler, wie eben das Ferkelkraut spezialisiert. Fehlen diese, kann sich die Bienenart nicht fortpflanzen.

Ein Grund von vielen, das längst überholte Schönheitsideal des Englischen Rasens zu überdenken und sich auf wenig begangenen Flächen in Parks und Gärten für bunte Blumenwiesen zu entscheiden sowie im Falle einer Mahd immer einige blühende Flächen stehenzulassen. Vorbildlich zeigt sich hier die Wohnungsgenossenschaft Johannstadt, wie dieses Foto zeigt.

Hier wurden beim Mähen bewußt Teilflächen ausgespart, um die Insekten nicht vollständig ihrer Nahrung zu berauben. Dresdens Bienen und Schmetterlinge und natürlich auch wir Imker sagen Danke!

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Osmia caerulescens – Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen

Osmia caerulescens – Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen

Die Frühlingsmonate von März bis Mai waren die Zeit der Rostroten und der Gehörnten Mauerbiene. Mauerbienen heißen nicht deshalb so, weil sie in Mauern nisten – was sie jedoch auch tun, wenn sie dort horizontale Bohrlöcher oder ähnliches finden – Mauerbienen heißen so, weil sie die Wände der einzelnen Brutzellen und den Verschluss ihrer Nester „mauern“. Die Rostrote und die Gehörnte Mauerbiene nutzen dafür mineralische Baustoffe in Form von lehmiger Erde.

Ab Mitte April tritt eine weitere Gruppe von Mauerbienen auf den Plan, zu der auch die häufige Stahlblaue Mauerbiene (Osmia caerulescens) gehört. Vielleicht weil in der wärmeren Jahreszeit feuchter Lehm als Baustoff knapp wird, mauern diese ihre Nester aus zerkautem und mit Speichel vermengtem Pflanzenmaterial. Mit etwas Glück kann man die Bienenweibchen sogar dabei beobachten, wie sie mit diesem „Pflanzenmörtel“, einer grasgrünen Kugel zwischen den Mandibeln, zum Bienenhotel fliegen. Dem Fotografen Jeremy Early sind davon sogar Fotos gelungen.

Der Name Stahlblaue Mauerbiene bezieht sich auf die blau-metallisch schimmernde Körperfarbe des Weibchens. Dieses ist außerdem an seinem ungewöhnlich großen Kopf und der schütteren weißen Behaarung zu erkennen. Die Bienenart ist ein gutes Beispiel für den so genannten „Geschlechtsdimorphismus“. Das Männchen ist nämlich nicht blau-metallisch gefärbt, sondern eher bronzefarben. Zudem ist es relativ dicht und lang, fuchsrot behaart und hat grünliche statt schwarze Augen. Anders als andere Bienen, bei den die Männchen oft nur wie verkümmerte Weibchen wirken, unterscheidet es sich damit deutlich vom Weibchen.

Die Stahlblaue Mauerbiene ist bis Mitte Juli zu finden. In guten Jahren bringt sie noch eine zweite Generation hervor, die dann sogar bis in den August hinein fliegt.

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Anthophora plumipes – Mit dem Moped durchs Dorf

Anthophora plumipes – Mit dem Moped durchs Dorf

… so könnte man das Verhalten des Männchens der Frühlings-Pelzbiene (Anthophora plumipes) beschreiben, wenn es im Frühjahr im Garten seine Kreise um lila und blaue Frühblüher zieht.

Wie ein hormongetriebener Teenager, hofft es dabei, Mädchen (sprich: paarungswillige Weibchen) zu treffen. Die ungewöhnlich langen Schmuckfransen an seinen Mittelbeinen erinnern dabei sehr an die Ärmelfransen an einer feschen Lederjacke. Auch sein Flugverhalten läßt an einen motorisierten Halbstarken denken. Wie alle Pelzbienenmännchen fliegt es sehr schnell und mit allerlei Tricks, wie abrupten Stopps und Wendungen. Und wie es sich gehört, wenn man auf Beachtung aus ist, ist es dabei auch noch ordentlich laut.

Die Weibchen der Frühlings-Pelzbiene kommen da schon weit bescheidener daher. Sie sind eher unaufällig braun und erinnern durch ihren gedrungenen Körper und die lange, dichte Behaarung an kleine Hummeln. Doch anders als diese sind auch die Pelzbienenweibchen gekonnte Flugakrobaten, die zum Nektartrinken sogar in der Luft stehen können. Ihre Nester legt Anthophora plumipes gern in altem Gemäuer mit mürbem Kalk- oder Lehmmörtel an.

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Andrena vaga – Keine Angst vor Erdbienen

Andrena vaga – Keine Angst vor Erdbienen

Wildbienen, also solitär nistende Bienenarten, die keine Völker bilden, gehören neben den Honigbienen zu unseren wichtigsten Bestäubern. Leider machen Pestizide und der Verlust von Lebensräumen und Nahrungsquellen auch ihnen das Leben immer schwerer, so dass allein in Sachsen bereits 70 % der über 400 heimischen Wildbienenarten in ihrem Bestand bedroht oder bereits ausgestorben sind. Aus diesen Gründen sind alle Wildbienenarten vom Gesetzgeber unter besonderen Artenschutz gestellt. Sie dürfen weder gefangen, noch beim Nisten gestört oder gar getötet werden. Auch die Bienennester selbst stehen unter diesem besonderen Schutz und dürfen nicht zerstört werden.

Etwa 3/4 aller nestbauenden Wildbienenarten nisten in der Erde – meist in vegetationsfreien oder spärlich bewachsenen Bodenstellen. Da die Weibchen einzeln nisten, bleibt das bei den meisten Arten vollkommen unbemerkt. Es gibt aber einige Bienenarten, die zwar solitär, aber in kleinen oder größeren Kolonien nisten. Zu diesen gehören, neben anderen, eine große Anzahl an Sandbienenarten, darunter die schöne Weiden-Sandbiene (Andrena vaga). Auch solche Gruppen von Nestern blieben normalerweise unbemerkt, da die Bienenweibchen recht vereinzelt ihrem Brutgeschäft nachgehen – wären da nicht die paarungswilligen Männchen, die im Frühling oft in großer Zahl um die Nester der Weibchen patrouillieren. Hier beruhigt es zu wissen, dass Bienenmännchen keinen Giftstachel besitzen – von diesen über den Boden schwirrenden Bienen also keinerlei Gefahr ausgeht. Die stacheltragenden Weibchen sind dagegen kaum wahrzunehmen, da sie von ihrem Sammelflug heimkehrend recht schnell in ihren Nestern verschwinden. Man erkennt sie an den dicken Pollen-Paketen an ihren Hinterbeinen.

Angst vor Angriffen muß man aber auch bei den Weibchen nicht haben, da sie niemals Menschen angreifen. Zu Stichen kommt es ausschließlich, wenn so ein Wildbienenweibchen gequetscht wird. Da deren Stachel aber meist sehr dünn und nicht, wie bei der Honigbiene, mit einem Widerhaken versehen ist, bleibt es selbst bei solchen seltenen Stichen bei einem leichten Piks. Auch die abgegebene Giftmenge ist viel geringer und in ihrer Zusammensetzung weniger aggressiv als bei Honigbienen, so dass es keinen Grund gibt, Wildbienen zu fürchten. Im Gegenteil sind solche Wildbienenkolonien spannend zu beobachten. Man sollte nur darauf achten, die Nesteingänge nicht zu verschütten. Nach 2 bis 3 Wochen ist der Spuk dann auch schon wieder vorbei – bis zum nächsten Jahr zur gleichen Zeit, wenn die Bienen der neuen Generation schlüpfen.

Das Männchen von Andrena vaga läßt sich vom Weibchen gut durch seinen dichten, weißen „Bart“ und die übermäßig vergrößerten Mandibeln unterscheiden. Falls es in Eurer Nähe Bestände der Weiden-Sandbiene gibt, würden wir uns über eine Meldung auf Insekten-Sachsen.de freuen.

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Sphecodes albilabris – Natur im Gleichgewicht

Sphecodes albilabris – Natur im Gleichgewicht

Nachdem unser Wildbienenjahr 2016 mit der Frühlings-Seidenbiene begonnen hat, schließt es nun mit deren Kuckucksbiene, der Großen Blutbiene (Sphecodes albilabris). Mit ihrem leuchtend blutroten Hinterleib ist diese eine der auffälligsten Bienenarten unserer Breiten. Wie alle Kuckucksbienen legt sie ihre Eier in die Nester ihres arttypischen Wirtes und spart sich so den Aufwand des Nestbaus und der Nahrungsbeschaffung für den Nachwuchs. Die in den Wirtsnestern befindliche Brut wird von ihr beseitigt.

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In Gesprächen über Wildbienen kommt oft die Frage auf, warum auch solche parasitischen Bienen, wie die Blutbienen, unter dem besonderen Artenschutz der Wildbienen stehen, da sie doch eher schädlich scheinen, indem sie die Anzahl der Pollen sammelnden und dadurch für die Bestäubung der Pflanzen so wichtigen Arten minimieren. Erfüllen denn auch solche scheinbaren Schädlinge einen Zweck? Die Antwort lautet Ja. Denn davon abgesehen, dass natürlich alle Lebewesen ihren Platz in der Natur haben, sind Parasiten wichtig, damit keine Art in einem Lebensraum die Oberhand gewinnt und somit möglicherweise andere verdrängt. Im Falle der Frühlings-Seidenbiene könnten das andere Bienenarten sein, die auf sandigen Boden und Weiden spezialisiert sind, wie die schöne Rotbeinige Lockensandbiene (Andrena clarkella).

Da der Schlupf und die Begattung der Großen Blutbiene noch im Spätsommer des Jahres der Eiablage erfolgt, finden wir die Männchen der Art nur in den Monaten August bis Anfang Oktober. Im kalten Herbst sterben diese und nur die befruchteten Weibchen überwintern, um im März pünktlich zur Stelle zu sein, wenn die Frühlings-Seidenbiene ihre Nester baut.

Auch die ‚Wildbiene des Monats’ geht nun in Winterruhe – bis zum nächsten Frühjahr …

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Hylaeus signatus – Bienen pflanzen

Hylaeus signatus – Bienen pflanzen

Unsere Biene des Monats „September“ ist sogar noch etwas kleiner als die vorhergehende, und wird daher leicht übersehen. Die nur 6–8 mm große Reseden-Maskenbiene (Hylaeus signatus) entspricht mit ihrem für die Gattung der Maskenbienen typischen schwarzen, fast kahlen Körper ganz und gar nicht unserer Vorstellung von einer Biene. Auch fehlen ihr äußerlich die für Bienen charakteristischen Vorrichtungen zum Transport des Pollens. Nichtsdestotrotz ist sie ein typischer Vertreter dieser faszinierenden Insektengruppe.

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Hylaeus signatus ist ein gutes Beispiel dafür, wie gezielter Artenschutz unmittelbar zum Ergebnis führen kann. In Bezug auf ihren Nistplatz stellt sie wenig Anforderungen. Ihr genügen Ritzen und Spalten in der Erde, in altem Gemäuer oder in Totholz. Auch beim Nektar für die Eigenversorgung ist sie wenig wählerisch – wohl aber beim Pollen, den sie für die Ernährung der Brut benötigt. Diesen sammelt die Reseden-Maskenbiene, wie ihr deutscher Name schon andeutet, ausschließlich auf Resedengewächsen, wie der Wilden Reseda und dem Färber-Wau. Ohne Reseda, keine Reseden-Maskenbiene. Doch wie sich gezeigt hat, reicht oft bereits die Anpflanzung einer einzigen dieser hübschen Pflanzen, um die Reseden-Maskenbiene in den eigenen Garten zu locken und erfolgreich anzusiedeln. Naturschutz kann so einfach sein!

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Die Reseden-Maskenbiene ist eine der wenigen Bienenarten, die noch im Spätsommer zu finden sind, denn in klimatisch günstigen Jahren bringt sie eine zweite Generation hervor. Deren Brut überwintert dann, wie bei allen Maskenbienen, als Ruhelarven in den Brutzellen.

Maskenbienen gehören übrigens zur kleinen Gruppe der Kropfsammler. Das für die Verpflegung der Brut notwendige Pollen-Nektar-Gemisch wird von ihnen einfach geschluckt und in einer Art „Kropf“ zum Nest transportiert.

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Halictus subauratus – die Königliche

Halictus subauratus – die Königliche

Eine unserer schönsten und gleichzeitig auch eine unserer häufigsten Wildbienenarten ist die 7 bis 8 mm kleine Goldglänzende Furchenbiene (Halictus subauratus).

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Besonders hübsch zeigt sich das Weibchen, mit seiner goldschimmernden Körperfarbe, den cremefarbenen Hinterleibsbinden und den bläulich-grünen Augen. Das eher grüngoldene Männchen wirkt dagegen fast ein bisschen blass und ist schwer von ähnlichen Arten zu unterscheiden.

Halictus subauratus zählt nicht, wie die meisten Wildbienen, zu den solitär nistenden Arten, sondern hat eine sogenannte primitiv-eusoziale Nist- und Lebensweise, bei der 4–5 unbegattete Sommerweibchen als Hofdamen fungieren und ihrer Mutter, der Königin, bei der Brutpflege helfen. Zu diesem Zweck sind die unterirdischen Brutzellen zum Teil wabenartig als Zellgruppen angeordnet, die von einem Hohlraum umgeben sind – eine im Vergleich zu anderen Wildbienennester geradezu königliche Kinderstube für die goldgeschmückten Prinzessinen und Prinzen. Auch deren Tisch ist reich gedeckt. Die Weibchen sammeln den Pollen für den Nestproviant von 14 verschiedenen Pflanzenfamilien – ein ungewöhlich breites Spektrum, das neben der Nistweise das häufige Vorkommen dieser Art erklärt.

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Xylocopa violacea – gemeinsam durchs Jahr

Xylocopa violacea – gemeinsam durchs Jahr

Mit einer Körperlänge von bis zu 25 mm ist die Blauschwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) bedeutend größer als andere Wildbienenarten, von denen die kleinsten gerade einmal 4 mm erreichen.

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Sowohl durch ihre Größe als auch durch die blauschimmernde Körperfarbe wirkt sie wie ein Insekt der Tropen und tatsächlich gehört die Große Holzbiene, wie sie auch genannt wird, zu den wärmeliebenden Arten Südeuropas, die sich im Zuge der Klimaerwärmung in den letzten Jahren immer weiter nach Norden ausbreiten. Auch im warmen Elbtal ist sie seit ein paar Jahren immer häufiger zu beobachten. Neben ihrem für heimische Bienen untypischem Äußeren zeigt sie noch eine weitere Besonderheit und zwar in ihrem Lebenszyklus. Während andere heimische Bienenarten entweder erst im Frühling schlüpfen, um sich dann zu paaren oder nur die im Sommer geschlüpften und im Spätsommer verpaarten Bienenweibchen überwintern, um im Frühling mit dem Nestbau zu beginnen, schlüpfen bei Xylocopa violacea beide Geschlechter bereits im Sommer, überwintern dann beide und paaren sich erst im Frühjahr. Das Weibchen nistet dann in mürbem Totholz, in dass es selbst große Gänge nagt, in denen es seine Brutzellen anlegt.

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