Bienen mögen es bunt – Projekt UN Dekade Biologische Vielfalt

Im Rahmen der Krokuspflanzaktion am 5.10.19 auf dem Neuen Annenfriedhof bekam die AG „Biene sucht Blüte“ des Imkervereins die Auszeichnung als offizielles Projekt der UN Dekade Biologische Vielfalt überreicht. Frau Dr. Kristin Kaufmann (Bürgermeisterin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Wohnen) überreichte und würdigte die Auszeichnung des Projektes.

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2011 bis 2020 zur UN-Dekade für biologische Vielfalt erklärt und ehrt Projekte, die sich für die Erhaltung, Nutzung oder Vermittlung der Biologischen Vielfalt einsetzt. Die Projektbeschreibung „Bienen mögen es bunt“ kann nun Link nachgelesen werden!

Für bunte Frühlingswiesen sorgten danach die vielen fleißigen Helfer der Krokuspflanzaktion – und das obwohl das Wetter alles andere als ideal war. Die Stiftung Soziales und Umwelt der Stadtsparkasse Dresden unterstützte die Aktion finanziell.

Foto Übergabe UN Dekade

Vlnr Anna Kosubek, Claudia Sperling, Marion Loeper, Kristin Kaufmann, Kerstin Walther

 

Foto Übergabe Sparkassenurkunde

Vlnr Herr Andreas Störmer (Filialdirektion Ostsächsische




Information aus der letzten Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung des Imkervereins Dresden e.V. hat am 24.9.2019 einstimmig den Austritt aus dem Landesverband Sächsischer Imker e.V. beschlossen. Für die Mitglieder ändert sich nicht viel, das “Bienen Journal” kann weiter über den Verein bezogen werden und am dem 1.1.2020 ist im Mitgliedsbeitrag auch eine Imkerversicherung (Haftpflicht, Produkthaftung für die Bienenhaltung der Mitglieder und eine Vereinshaftpflicht) enthalten




Hummelkönniginnenfrühstück mit Krokuspflanzaktion

Trotz Regen war das Hummelköniginnenfrühstück am Samstag dem 5. Oktober ein voller Erfolg. Aber seht seht selbst:

 

 

 




Lehrpfad: Nr. 9 – Hummeln – Majestäten auf Futtersuche

Jedes Jahr im Frühjahr kommen Hummelköniginnen unterschiedlich gestreift, aber immer flauschig und durch ihren Pelz wärmend geschützt aus ihren Winterquartieren in die zögerlich erwachende Frühlingsflur. Sie haben einen Riesenhunger. Nach einem langen Winterschlaf, ganz auf sich gestellt, benötigen sie Nektar, um Kraft und Energie zu tanken und eiweißreichen Pollen zum Reifen der Ovarien – der Voraussetzung, um einen eigenes Volk zu gründen. Eine blühende Krokuswiese bietet den Hummelköniginnen im Frühjahr daher ein großartiges Hummelköniginnenfrühstück!

Für die Hummelkönigin gibt es im Frühjahr viel zu tun: Sie muss einen geeigneten Nistplatz finden. Baumhummeln werden in hohlen Bäumen und Vogelnistkästen fündig, Erdhummeln bevorzugen verlassene Nagetiernester. Wiesen-, Acker- und Veränderliche Hummeln nisten sowohl ober- als auch unterirdisch. Das Nest wird mit Gras oder Moos gepolstert.

Die Hummelkönigin baut ein Wachstöpfchen, legt den gesammelten Pollen hinein und darauf ihre Eier. In einem zweiten Wachstopf sammelt sie Honig als Nahrung für die Larven und sich selbst. Aktiv wärmt sie die Brut und hält dabei eine konstanten Nesttemperatur von 30-33°C. Nach 3 Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterinnen, die sie bei Brutpflege und Nahrungssuche unterstützen.

Später im Jahr, wenn das Volk gewachsen und sich auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung befindet, schlüpfen die Geschlechtstiere. Die voll entwickelten Weibchen, die Jungköniginnen werden von den Männchen, den Drohnen, begattet, fressen sich ausreichend Winterspeck an und suchen sich ein geschütztes Winterquartier. Sie verbringen anschließend bis zu acht Monate im Winterschlaf.  Zeitig im folgenden Jahr werden die überlebenden Hummelköniginnen einen neuen Hummelstaat gründen.

Hummeln sind Wildbienen. In Europa gibt es 36 heimische Arten. Sieben davon sind gut zu unterscheiden und gelten als häufig. 16 dagegen stehen auf der Roten Liste.

Hummeln gehören zu unseren wichtigsten Bestäubern. Eine einzelne Hummel besucht pro Tag mehrere Tausend Blüten und ist dafür, auch bei trüben oder kaltem Wetter, bis zu 18 Stunden unterwegs. Mehr als 100 verschiedene Obst- und Gemüsesorten sind auf die Bestäubung durch Hummeln angewiesen.

Krokuswiesen – Hummelköniginnenfrühstück

2019 wurden auf dieser Wiese auf dem Neuen Annenfriedhof 10.000 Stück der robusten Wildart des Dalmatiner- oder Elfenkrokus (Crocus tommasinianus), ursprünglich aus dem westlichen Balkan stammend, gepflanzt.

Krokusse sind ausdauernde Knollenpflanzen, die sich nicht nur über Brutknollen vermehren und über die Jahre große Horste bilden, sondern sich auch versamen können. Durch Bestäubung der Krokusse durch Insekten werden ein paar Wochen nach der Blüte kleine Samenkapseln gebildet. Ameisen verbreiten die Samen über weite Entfernungen.

Dieser zarte, elfengleiche Krokus blüht früher als die meisten anderen Krokusse im Jahr. Schon Ende Februar/Anfang März schieben sich seine hellvioletten schmalen Blüten auf ihren langen weißen Blütenröhren meist noch durch den Schnee.

Will man die Krokusse in der Wiese erhalten, sollte die 1. Mahd nicht vor Ende Mai erfolgen. Die Zwiebeln müssen in Ruhe ihre Laubblätter einziehen können, um genügend Kraft für die Blüte im nächsten Jahr zu haben.

Geduld sollte man bei der Anlage einer Krokuswiese aufbringen, ist sie doch ein Zeichen eingewachsener Gärten und Parks, denn bis eine dichte Fläche mit diesen kleinen, zarten Einzelblüten entstanden ist, vergehen schon mal 50 Jahre. Umso wertvoller, dass es hier auf dem Neuen Annenfriedhof solche Flächen schon gibt.

Friedhöfe sind in dichtbebauten Stadtgebieten ein willkommener Rückzugsort für Mensch und Tier.

Blütenreiche und früchtetragende Sträucher und Bäume bieten Insekten und Vögeln Nahrung und Unterschlupf zugleich.

Ein Friedhof hat neben Grabstätten auch immer bemessene Flächen für Zeiten der Not vorzuhalten. Diese weitläufigen Flächen geben dem Neuen Annenfriedhof einen parkähnlichen Charakter. Gleichzeitig gibt es eine große strukturelle Vielfalt mit einer Mischung aus alten Alleen, Neupflanzungen, weiten Wiesen und überwiegend gepflegten wie auch einigen urwüchsigen Bereichen.

Insbesondere der Teilbereich „Friede & Hoffnung“, in dem auch die Krokuspflanzaktion am 05.10.2019, initiiert und umgesetzt von „Biene sucht Blüte“, einer AG für Wildbienenschutz im Imkerverein Dresden, dem Verband der Annenfriedhöfe und Anna Kosubek – Solutions by nature, stattfand, wird von Spaziergängern gern genutzt und spielt gleichzeitig eine große Rolle für den Arten- und Biotopschutz.

Hervorzuheben ist auf diesem Friedhof der Ideenreichtum, friedhofseigene Flächen für weitere Nutzungen zu öffnen. So existiert seit Frühjahr 2019 am alten Gärtnerhaus der Annengarten, ein Gemeinschaftsgarten für Anwohner (www.annengarten.ufer-projekte.de).

                      

 

 




Neuigkeiten von Wespen und Hornissen 2019

Als Wespen-und Hornissenbeauftragte der Stadt Dresden und des Imkervereins führte mich letztes Wochenende der Weg in die Nähe von Frankfurt/Main. Seit 2003 beschäftigt sich Peter Tauchert, Rodgau Berufsfeuerwehr, professionell mit Wespen und Hornissen, richtete die viel beachtete Website „Wespenschutz.de“ ein und lud zum Fachaustausch 2019.

Hornissen und Wespen

Bienen sind nützlich, Hummeln sind puschelig und so eine niedliche Feldwespe mit orangefarbenen herunterhängenden Fü.en lassen sich die meisten auch noch gefallen, aber bei Wespen oder gar Hornissen hört der Spaß meist auf. Inmitten von Menschen, die diese Tiere mit einer großen Faszination betrachten, ihnen das Dasein auch an ungünstigen Standorten ermöglichen, sie beobachten, wertschätzen und Mittel und Wege ersinnen, wie sie mit der schwierigen Spezies Mensch in friedlicher Koexistenz leben kann, fühlte ich mich sehr wohl.

 

Umfangreiche Vorträge über das Werden und Vergehen der stets einjährigen Wespen-und Hornissennester wurden begleitet von einer Ausstellung von Hornissen-und Wespenequipment zum Umsiedeln. Handwerkliche Fähigkeiten sind als Hornissen-und Wespenfachberater bzw. -umsiedler von großem Nutzen, gibt es doch auf diesem Sektor kaum industriell gefertigte Produkte. Selbst ist der Mann/die Frau. Einem spontanen Vortrag über einen Einwanderer, der vor etwa vier Jahren die französische Grenze überschritt, wurde mit besonderer Spannung gelauscht. Es ging um Vespa velutina, die Thailändische Hornisse.Nicht zu verwechseln mit Vespa mandarina, der Japanischen Hornisse. Letztere versetzt regelmäßig asiatische Imker in Angst und Schrecken. Sie hat die unangenehme Eigenschaft Bienenvölker der eingeführten Westlichen Honigbiene zu überfallen und zu töten, um an die kostbaren Larven und Puppen heran zu kommen und den Honig zu stehlen.

Die Thailändische Hornisse

Die Thailändische Hornisse gehört seit etwa 2014 zu Deutschland. Eingewandert aus Frankreich, baut sie einjährige, große, sehr haltbare Nester, die auch im November noch Brut und eine große Anzahl an Tieren beherbergen. Der Neststandort findet sich nicht verborgen auf einem Dachboden oder in einer Baumhöhle, wie es die heimische Hornisse bevorzugt, sondern meist 15-20 m hoch in der Krone hoher Bäume. Geschützt vom Blätterdach und verankert an den dünnen Zweigen der Krone scheint das Nest darin zu schweben. Erst mit dem Laubfall im Herbst wird es sichtbar. Ein Nest kann bis zu 10.000 Tiere beinhalten, so die vorsichtige Schätzung von Dr. Manfred Verhaagh von Apis e.V. in Karlsruhe. Er untersuchte 2018 ein Nest nach der Abtötung im November. Zum Vergleich: Die heimische Vespa crabro produziert etwa 500-750 Tiere pro Nest pro Jahr.

Erste Beobachtungen haben ergeben, dass die „Neue“ eher unauffällig lebt und bisher nicht mit comicartigen Überfällen etc. auffiel. Bienenvölkern gegenüber verhält sie sich in ungewöhnlicher Weise. Während die heimische Hornisse mit großer Ruhe auf dem Apfelbaum neben den Bienenstöcken sitzt und auf eine günstige

Gelegenheit wartet, sich eine Biene zu schnappen, patrouilliert die Thailändische Hornisse wie ein Hubschrauber vor dem Flugloch und fängt dort heimkehrende Bienen.

Das östlichste Nest wurde letztes Jahr in Karlsruhe entdeckt. Sollte sie ihre Richtung und Geschwindigkeit der Ausbreitung, mit derzeit 5km pro Jahr, beibehalten, wird ihre Ankunft in Sachsen noch ein paar Jahrzehnte dauern. Wenn nicht ein unvorsichtiger Autofahrer eine Königin einlädt…

Behördlicherseits ist derweil ein Streit entstanden: Vernichtung aller Nester oder gezielte Beobachtung, um Verbreitungswege und -geschwindigkeit und die Biologie der Tiere zu erforschen?

Derzeit werden alle Nester der Vespa velutina in Baden Württemberg vernichtet um eine weitere Ausbreitung der Hornisse zu verhindern.

Viele Anregungen aus diesem Seminar fließen in unsere Arbeit in Dresden ein. Wir waren die einzigen Vertreter aus den östlichen Bundesländern. Anfragen aus ganz Sachsen, wie wir sie letztes Jahr verzeichneten, spiegeln dies wieder. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass Wespen und Hornissen selbstverständlich zum Naturbild in Deutschland gehören. Das Ausweichen der Tiere in Städte, auf regen-sichere Balkone, hinter dämmende Materialien, in Gartenschuppen und Dachböden ist eine Reaktion auf die Versieglung und Vereinnahmung der natürlichen Räume durch den Menschen.

Marion Loeper  – Schwarmbeauftragte/Stechimmenrettung
schwarmrettung@imkerverein-dresden.de

Telefon 0176 83273621

Ihre Ansprechpartnerin für herrenlose Bienenschwärme, Hummeln, Wespen- und Hornissennester




Aktualisierung der Sperrbezirke im Raum Dresden-Brabschütz

Allgemeinverfügung Sperrbezirk Dresden-Brabschütz vom 09.10.2018

Download Allgemeinverfügung

Weiter Informationen folgen.




Wir sagen Danke!

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich bei allen Helferinnen und Helfern bedanken, die uns in diesem Jahr bei der Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut unterstützt haben! Ganz besonderer Dank gilt dem Tierheim Dresden, der Dresdner Feuerwehr, dem THW sowie allen ehrenamtlichen Helfern, die in ihrer Freizeit bei der Sanierung geholfen haben.

Vielen Dank!

Hier findet ihr den aktuellen Artikel aus der DNN zur Faulbrutsanierung in Dresden:

Dresdner Neuste Nachrichten

 




Treffen zum künftigen Belegstellengesetz

Die sächsische Landesregierung plant für 2018 die Verabschiedung eines Landes-Belegstellengesetzes, das bei einer öffentlichen Anhörung im Landtag am 13.04.2018 präzisiert werden soll. Aus diesem Anlass trafen sich am 9. März der Vorstand des Landesverbandes Dunkle Biene e. V. mit dem Vorsitzenden des Landesverbandes Sächsischer Buckfastimker e. V. und des Imkerverein Dresden e. V., um sich über ein gemeinsames Vorgehen bezüglich des Belegstellengesetzes abzustimmen.

Aus Sicht der Gesprächsteilnehmer bedarf der vorliegende Gesetzentwurf gewisser Änderungen. Dies betrifft vor allem den bisher angedachten, zu geringen Schutzradius sowie die bisher im Entwurf fehlenden Schutzmaßnahmen, einschließlich einer Sanktionierung bei Übertretungen, was einen echten Schutz staatlich geschützter Belegstellen in der Praxis unmöglich machen würde.  Im Ergebnis des Treffens  soll dem LVSI e.V. ein überarbeiteter Gesetzentwurf vorgeschlagen werden.




Lehrpfad: Nr 1 – Wildbienenskulptur

Die Wildbienenskulptur ist eine Spende der Wohnungsgenossenschaft Johanstadt (WGJ). Sie soll als Nisthilfe für Mauerbienen dienen. Die Mauerbienen können von März (ab ca. 10 °C bei Sonnenschein) bis Anfang Mai an der Skulptur bei der Paarung und der Anlage von Brutzellen beobachtet werden.

Bewohner ist z. B. die Gehörnte Mauerbiene, die man sehr gut an ihrem leuchtend roten Hinterleib erkennt.

 




Bienenvölker gestohlen

In der Zeit zwischen 11.3. und 9.4.17 wurden zwei Bienenvölker von einem Stand in der Nähe von Kreischa gestohlen. Es handelt sich um ein Volk auf Deutsch Normalmaß in einer Zarge vom “Beutenbauer” und ein Volk auf Zanderdadant in zwei Flachzargen, einschl. Boden, Wachstuch, Innen- und Blechdeckel. Die Beutenteile und Rahmen sind mit dem Brandzeichen “SCHLOTTER” versehen. Falls Sie außerhalb der Imkerei Heinrichsgarten ein Teil mit einem Brandzeichen zu sehen bekommen, ist es in jedem Fall unrechtmäßig erworben.

Hinweise nehmen wir gern entgegen oder imkerei@heinrichsgarten.de. Danke!